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Filme gesehen: KW 41

Nächster Halt: Fruitvale Station (Fruitvale Station, Ryan Coogler, US 2013)
Ein Biopic über den 22jährigen Oscar Grant, der in der Silvesternacht 2008/2009 an einem Bahnhof in der Nähe von San Frasisco von der Polizei erschossen wurde. Der Film zeigt den letzten Tag eines jungen Afroamerikaners, der sein von Drogenhandel und Geldproblemen geprägtes Leben umkrempeln will, aber nicht die Chance dazu bekommt. Glücklicherweise verzichtet Cooper auf die typischen Hollywoodklischees über Afroamerikaner und liefert ein bodenständiges und progressives Werk über den aktuellen US-amerikanischen Rassismus, das trotz eines bekannten Ausgangs ebenso spannend wie berührend ist.
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Nachtangeln (Night Fishing, Park Chan-kyong & Park Chan-wook, KR 2011)
Der Kurzfilm des Oldboy-Regisseurs zeigt einen Mann, der sich auf einen nächtlichen Angelausflug begibt und schon bald Beute macht – allerdings nicht die erhoffte. Die weniger interessante Geschichte wird wettgemacht durch die Tatsache, dass der Film ausschließlich auf einem iPhone 4 gedreht wurde – und dennoch einige überragende Bilder liefert.
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Bride Wars – Beste Feindinnen (Bride Wars, Gary Winick, US 2009)
Eine Liebeskomödie über zwei Freundinnen, deren Hochzeitstermine versehentlich auf den selben Tag gelegt werden und die sich im Zuge der Vorbereitungen immer wieder überbieten wollen, wodurch es allmählich zum Zwiespalt kommt. Leider kommt hier nur wenig zusammen: stereotype und unsympathische Figuren, Handlungslücken, erzwungene Wendungen, flache Gags. Das Ergebnis ist eine Romantic Comedy von der Stange, deren größtes „Problem“ wahrscheinlich nur ist, dass ich nicht zu ihrer Zielgruppe gehöre.
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I saw the Devil (I saw the Devil, Kim Jee-woon, KR 2010)
Und hier haben wir ihn wieder: einen gnadenlosen ostasiatischen Rachethriller mit absurder, aber äußerst faszinierender Story und Figurenzeichnung. Dass Südkorea laut diesem Film ein Land voller frauenmordender Psychopathen sein muss, ist schnell vergessen, da die Geschichte dicht, mitreißend und mit aufwendiger Optik inszeniert wurde. Die exzessive Darstellung von Sex und Gewalt mag nicht für jedermann etwas sein – für Freunde des knallharten asiatischen Kinos jedoch ein Fest.
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Caché (Caché, Michael Haneke, FR/AT/DE/IT 2005)
Fünf Jahre vor seiner Oscar-Auszeichnung inszenierte Michael Haneke diesen Film über ein französisches Intellektuellenpaar, das Opfer eines Stalkers wird und regelmäßig Videoaufnahmen des eigenen Hauses erhält. Es folgt die Suche nach dem Urheber der Bänder, die den Protagonisten zur Reflexion seiner Vergangenheit zwingt. Haneke thematisiert dabei die Probleme der französischen Migrationspolitik und des daraus resultierenden Rassismus. Präsentiert wird dies in langen Einstellungen und sehr gemäßigtem Erzähltempo. Das Ergebnis ist ein ruhig und gleichsam spannend erzählter Thriller, der vom Zuschauer hohe Aufmerksamkeit verlangt.
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Her (Her, Spike Jonez, US 2013)
Theodore Twombly (gespielt von Joaquin Phoenix, der hier mal wieder eine schauspielerische Glanzleistung hinlegt) ist ein nerdiger und einsamer Mann, der sich eines Tages ein neues, individuell denkendes, lernendes und kreatives Betriebssystem (#Siri) zulegt, in das er sich allmählich verliebt. Spike Jonez erschafft mit Her einen optisch herausragenden Film (Licht- und Farbgestaltung at its best) und greift ein Thema auf, das beileibe nicht neu, aber stets faszinierend ist: ab wann wird eine künstliche Intelligenz zu einem Individuum und damit „menschlich“? Traurigerweise verwässtert der Film am Ende zu einer reinen Romanze, wodurch das unheimliche Potenzial leider verschenkt wird.
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Triff die Robinsons (Meet the Robinsons, Stephen J. Anderson, US 2007)
Der Waisenjunge Lewis ist ein begeisterter, aber wenig erfolgreicher Amateuringenieur, dessen neueste Erfindung – ein Gedankenscanner – von einem Unbekannten heimlich sabotiert wird. Als er seine Ambitionen aufgeben will, gibt sich ein Junge zu erkennen, der aus der Zukunft kommt und ihn kurzerhand dorthin mitnimmt. Der Computeranimationsfilm der Walt Disney Animation Studios ist ein durchaus annehmbares, allerdings viel zu hektisch und wirr erzähltes Werk, der jüngeren Zuschauern durchaus gefallen könnte, jedoch nicht die Klasse eines WALL-E oder Toy Story 3 erreicht.
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Coraline (Coraline, Henry Selick, US 2009)
Ein weiterer Animationsfilm, diesmal jedoch kein glattgebügelter Pixar/Dreamworks-Film, sondern einer im Stile von Tim Burtons Corpse Bride bzw. Nightmare before Christmas. Coraline erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das mit ihren Eltern in eine Gegend voller dezent verrückter Menschen zieht und dort bald – deutlich inspiriert von Lewis Carrols Alice-Romanen – den Eingang in eine vermeintlich bessere Parallelwelt entdeckt. Hier treffen eine grundsolide Story und ein ebenso gelungenes wie verstörendes Artdesign aufeinander.
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Auge um Auge – Out of the Furnace (Out of the Furnace, Scott Cooper, US 2013)
Mit einem beachtenswerten Staraufgebot (Christian Bale, Woody Harrelson, Willem Dafoe, Forest Whitaker) und seiner sehr bodenständigen Inszenierung versucht Scoot Cooper mit Auge um Auge einen packenden Midwest-/Rache-Thriller zu erzählen, was ihm auch teilweise gelingt. Leider fehlt dem Film das Besondere: etwas Neues sucht man als Zuschauer vergeblich, alle erzählerischen Elemente hat man irgendwo schon einmal (besser) gesehen. Damit ist Auge um Auge zwar sehenswert, wird aber kaum im Gedächtnis bleiben.
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