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Filme gesehen: KW 6 2015

Harry Brown (Daniel Barber, GBR 2009)
Wenn ein Film damit beginnt, dass eine Mutter neben ihrem Kinderwagen auf offener Straße von zugedröhnten Jugendlichen erschossen wird, dann weiß man direkt, was Sache ist. Harry Brown beginnt unheimlich hart und gnadenlos – ist aber letztlich nur eine ziemlich flache „Rentner räumt mit Waffengewalt in seiner Nachbarschaft auf“-Story mit starkem Anfang, die sich allmählich in Klischees verliert und deren Schluss vollkommen banal und fast schon ekelerregend amoralisch ist. Einzig Michael Caines Präsenz rettet den Film vor einem Totalausfall.
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21 Gramm (21 Grams, Alejandro González Iñárritu, USA 2003)
Gerade ist Iñárritu mit Birdman ganz groß bei den Oscars und im Kino vertreten – deshalb bot es sich an, mal einen Blick auf eines seiner früheren Werke zu werfen. Ähnlich wie in Babel erzählt er bei 21 Gramm eine Story mit normalen Figuren, die aus ihrem Alltag gerissen werden, und zerstückelt diese Geschichte in kleinste Teile, die er dann so anordnet, dass man erst am Ende ihrem Zusammenhang begreift. Das ist zum einen mutig – zum anderen sorgt es dafür, dass eine relativ gewöhnliche Geschichte auf ungewöhnliche Weise präsentiert und damit unheimlich aufgewertet wird. Es ist nicht die Story an sich, auf die es hier ankommt, sondern die vermeintliche Nicht-Chronologie, aus der man sich als Zuschauer erst die Geschichte zusammenbasteln muss. Sehr trübsinnig und bisweilen anstrengend – aber sehr empfehlenswert.
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Flucht von Alcatraz (Escape from Alcatraz, Don Siegel, USA 1979)
Ein prototypischer Knast-Film: Clint Eastwood als Strafgefangener, der nach Alcatraz verfrachtet wird und von dort fliehen will. Höchst spannend und bedrückend inszeniert mit grandioser Lichtstimmung und tollen Schauspielern. Was braucht man mehr?
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Edipo Re – Bett der Gewalt (Edipo re, Pier Paolo Pasolini, ITA 1967)
Ich hatte ja ein bisschen Angst vor meinem ersten Pasolini-Film. Wahrscheinlich aber habe ich mit Edipo Re nur eines seiner „erträglicheren“ Werke gewählt, denn als der Abspann auftauchte, war ich ganz zufrieden mit dem, was ich gerade gesehen hatte. Eine bild- und wortgewaltige Verfilmung der Ödipus-Sage – viel mehr ist das hier nicht. Tatsächlich: gut.
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No Turning Back (Locke, Steven Knight, USA/UK 2013)
Eines vorweg: Tom Hardy ist für mich der beste Schauspieler, den das Kino derzeit zu bieten hat. Der Mann schafft es nicht nur, für jeden Film eine komplett andere körperliche Statur aufzubauen (bzw. abzubauen), sondern kann auch fast alles spielen und macht dabei stets einen guten Job. In No Turning Back bekam er nun einmal die Gelegenheit, richtig zu glänzen. Als einzig sichtbare Figur des Films verkörpert er hier Ivan Locke, der über 85 Minuten nicht als anderes tut, als Auto zu fahren und dabei zu telefonieren. Aber wie schon bei 21 Gramm kommt es hier nicht auf das an, was erzählt, sondern wie es erzählt wird. Und das ist einfach nur großartig.
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My Big Fat Greek Summer (My Life in Riuns, Donald Petri, USA/ESP/GRC 2009)
Romantic Comedies haben ja generell das Problem, ganz stark an der Grenze zur Banalität zu kratzen. Bei My Big Fat Greek Summer ist das besonders schlimm: eine verdammt schlechte Reiseleiterin begleitet eine Gruppe (anfangs…) verdammt nerviger Touristen, doch allmählich kommen sich alle näher und am Ende sind alle happy und bla. Das Ganze ist dann kein bisschen witzig, sondern platt und voller Klischees, aber zumindest ein wenig romantisch (zumindest in einem sehr subjektiven Sinne) und damit wenigstens für einen Abend in Zweisamkeit einigermaßen geeignet. Aber muss halt echt nicht sein.
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