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Filme gesehen #38

Die Woche mit Die Vögel, Der Duft der Frauen, Das Cabinett des Dr. Caligari, Baymax und The Imitation Game.

Die Vögel (The Birds, Alfred Hitchcock, USA 1963)
Ich muss jetzt eine Sache zugeben, mit der ich mich als Filmblogger wahrscheinlich vollständig disqualifiziere, aber ich habe bisher noch keinen einzigen Hitchcock Film gesehen. Umso trauriger, dass der erste ausgerechnet der stets zum Klassiker hochstilisierte Die Vögel war. Der ist nämlich – und ich weiß, dass ich mich mit dieser Aussage nicht beliebt mache – ein wunderbares Beispiel dafür, wie schlecht Filme altern können. Seinerzeit mag er wohl vor allem auf tricktechnischer Seite ein Meisterwerk gewesen sein. Heutzutage allerdings wirken insbesondere die Handlungen und Reaktionen der Figuren oftmals mehr als nur fragwürdig – ganz auf dem Niveau moderner B- und C-Horrormovies. Ich schreibe das einfach mal dem Genre zu und hoffe für die nächsten Hitchcock-Filme, dass sich vor allem seine Krimis besser gehalten haben.
imdb / Trailer

Der Duft der Frauen (Scent of a Woman, Martin Brest, USA 1992)
Nach der vorletztwöchigen Sichtung von St. Vincent hatte ich das Bedürfnis, nochmal einen Genre-Verwandten nachzuholen, der vor einigen Jahren noch zu meinen Lieblingsfilmen zählte. Überraschendes Ergebnis: Der Duft der Frauen hat sich sehr gut gehalten. Hier und da zwar leicht überdramatisiert ist die Geschichte um einen Schüler an einer Elite-Highschool, der sich für ein Wochenende auf den blinden und extrem mürrischen Al Pacino kümmern soll, immer noch ein ebenso berührender wie unterhaltsamer Film, der dann auch mit einem großartigen Finale abschließt.
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Das Cabinet des Dr. Caligari (Robert Wiene, DEU 1920)
Hier ist der Klassiker-Status unbestreitbar. Das Kabinett des Dr. Caligari ist nicht nur ein Monument aus der Frühphase des Films, sondern auch über seine Bedeutung in der Geschichte des Mediums hinaus ein immer noch gut anschaubares Werk. Und wohl eines der ersten Beispiele für einen End-Twist, der sich gewaschen hat.
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Baymax – Riesiges Robuwabohu (Big Hero 6, Don Hall/Chris Williams, USA 2014)
Dass uns computeranimierte Roboter ans Herz wachsen können, wissen wir spätestens seit Wall-E. Auch wenn Baymax dessen emotionale Tiefe nicht erreicht, schlägt er doch in eine ähnliche Kerbe und präsentiert uns mit dem titelgebenden „Helden“ – fantastisch synchronisiert von Bastian Pastewka – ein Highlight der jüngeren Animationsfilmgeschichte. Baymax lebt von Baymax – leider aber auch fast ausschließlich, denn der Plot ist dann doch etwas zu konventionell um restlos begeistern zu können. Oscar für den besten Animationsfilm? Geht in Ordnung, wenn man mal von der skandalösen Nicht-Nominierung des Lego Movies mal absieht.
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The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben (The Imitation Game, Morten Tyldum, USA/UK 2014)
Einer der ganz großen Oscar-Nominees dieses Jahres, allerdings – wie schon Die Entdeckung der Unendlichkeit – ein Film, dem man anmerkt, dass daraufhin produziert wurde. Das Biopic über den Mathematiker Alan Turing ist sehr konventionelle Genre-Ware, die natürlich zahlreiche tolle, aber auch nicht wenige schwache Momente zu bieten hat und dabei vor allem im letzten Drittel ziemlich abfällt. Benedict Cumberbatch spielt (leider) mal wieder eine für ihn typische Rolle, Keira Knightleys Nominierung hingegen ist mir vollkommen unverständlich. Im Prinzip gutes Ding, aber halt absolut nichts herausragendes.
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