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Genre-Abend: Endzeit-Filme

Was macht man, wenn man krank im Bett liegt und Filmfan ist? Zum Beispiel ein Genre wählen und den Abend mit mehreren Filmen aus der jeweiligen Kategorie füllen. Bei diesem ersten Male fiel die Entscheidung auf Endzeit-Filme. Also das DVD-Regal und die Online-Videothek nach entsprechenden Exemplaren durchsucht und los geht’s.

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Doch versuchen wir uns zunächst erstmal an einer Genre-Beschreibung. Was macht das Endzeit-Genre aus? Wikipedia beschreibt es als „Subgenre des Science-Fiction-Films, in dem die Weltordnung durch eine globale Katastrophe radikal verändert ist“ und als „Extremfall der Dystopie“. Zeitlich in der Zukunft und meist nach einer einschneidenden Katastrophe angesiedelt, haben sich die Lebensbedingungen der Menschheit drastisch verschlechtert, sodass die wenigen Verbleibenden ständig um ihr Überleben bemüht sind. Wir werden Zeuge radikal anarchischer (Sub-)Gesellschaften, die sich älterer Technologien bedienen, kultisch-religiöse Züge aufweisen und deren Feindbild alles und jeder von außerhalb ist (Mad Max-Reihe, Doomsday, Die Klapperschlange); ihrem genauen Gegenteil, d.h. faschistischer, kapitalistisch geprägter und hoch-technologisierter Gesellschaften mit einem klaren Feindbild (Equilibrium, 12 MonkeysSnowpiercer); oder werden direkt vor eine von Menschen nahezu und gänzlich verlassene Welt gestellt (Wall-E und nahezu jeder moderne Zombie-Film).

Das wohl entscheidendste Element dieser Filme – d.h. noch wichtiger als die Figuren und dargestellte Handlung – ist die in ihnen erzählte Welt. Und dies nicht nur bzgl. des Ist-Zustandes, sondern auch hinsichtlich der Frage, wie es zu diesem Zustand gekommen ist. Der schnöde Atomkrieg (Mad Max 2, Terminator, Der Omega-Mann) ist seit dem Ende des Kalten Krieges aus der Mode gekommen – zuletzt gesehen habe ich das bei Book of Eli. Seit die Debatte um den Klimawandel aktuell ist, wird lieber die „Rache“ der Natur am Menschen thematisiert (The Day after Tomorrow, Snowpiercer, Nausicaä). Sonstige Ursachen wie unvorhersehbare Naturkatastrophen (2012, Melancholia), Viren (12 MonkeysZombie-Filme), Aliens (Pacific Rim, Titan A.E.oder Maschinen (Terminator, Matrix) sind natürlich auch gängige Motive. Interessant ist dabei auch die Frage, wie früh und wie viel wir über die jeweilige Katastrophe erfahren.

Der Held (oder natürlich auch die Heldin) muss im Laufe der Handlung meist – ganz klassisch im Sinne Campbells – eine Reise absolvieren: entweder ist ihm der Zielpunkt der selbstauferlegten Aufgabe von Anfang an klar (Book of Eli, Snowpiercer), er muss fliehen (Terminator) oder erhält einen Auftrag von einer äußeren Instanz (Die Klapperschlange, Mad Max 2). Da es sich meist um eine Figur handelt, die bereits auf Überleben spezialisiert ist, ist die Charakterentwicklung eher gering und findet hauptsächlich auf emotionaler Ebene statt – z.B. in Form der Bindung zu einem Kind, weshalb das Ziel seiner Aufgabe nicht selten im Beschützen einer oder einiger weniger Personen liegt.
Gelegentlich muss sich der Protagonist aber gar nicht auf Reisen begeben, sondern wird einfach in seinem Überlebens-Alltag gezeigt – die existentiell bedrohende Gefahr ist dabei stets präsent und zeigt sich vor allem bei Nacht. (I am Legend, Der Omega-MannZombie-Filme)

Nun zu den drei ausgesuchten Filmen, die ich hinsichtlich dieser Punkte ein wenig vergleichen möchte. Spätestens ab hier gilt:

+++ SPOILER+++

THX 1138 (George Lucas, USA 1971)
In George Lucas‚ erstem abendfüllenden Spielfilm lebt der titelgebende Protagonist (Robert Duvall) in einer hochtechnisierten Gesellschaft, deren Mitglieder eine tägliche Dosis Medikamente einnehmen müssen, um ihre Emotionen gänzlich zu unterdrücken und als Zahnrädchen in dieser von Marktgesetzen beherrschten Welt zu funktionieren. Konsum und Produktion sind alles, was zählt. Eines Tages tauscht seine Mitbewohnerin die Medikation aus und beginnt eine Beziehung mit ihm, woraufhin beide dem System zu Opfer fallen. THX 1138 gelingt schließlich die Flucht in die Außenwelt.
imdb / Trailer

Babylon A.D. (Mathieu Kassovitz, USA/FRA 2008)
Der Söldner Toorop (Vin Diesel) hat sich in Osteuropa zur Ruhe gesetzt, doch ein ehemaliger Auftraggeber macht ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann: Rückkehr mit neuer Identität in die Vereinigten Staaten und eine halbe Million, wenn er das Mädchen Aurora aus einem zentralasiatischen Kloster nach New York bringt. Der Weg ist gepflastert mit Hürden und Menschen, die das Mädchen entführen wollen. Zudem zeigt sich, dass Aurora in irgendeiner Weise begabt oder übernatürlich sein muss. Nach dem großen Finale in NYC wird klar, dass sie ein Hybrid aus Mensch und Supercomputer und außerdem schwanger ist.
imdb / Trailer

Children of Men (Alfonso Cuarón, USA/UK 2006)
Seitdem die gesamte Menschheit vor 18 Jahren unfruchtbar geworden ist, versinkt die Welt allmählich im Chaos. Großbritannien ist eines der letzten halbwegs geordneten Länder, kämpft jedoch mit Flüchtlingsströmen und einer terroristischen Rebellengruppe. Theo (Clive Owen) erhält von den Rebellen den Auftrag, das Flüchtlingsmädchen Kee zur Küste zu bringen. Da sie schwanger ist, könnte sie die Zukunft der Menschheit sein. Bald wird Theo nicht nur von der Polizei, sondern auch den Rebellen selbst gejagt, schafft es nach größten Schwierigkeiten jedoch, Kee unabhängigen Forschern zu übergeben, muss dafür aber sein Leben geben.
imdb / Trailer

Die Story-Welt

Sowohl Children of Men (im Folgenden COM) als auch Babylon A.D. (im Folgenden BAD) bauen ihre Storywelten als klassische, offensichtliche Dystopien auf. Armut und Leid sind an der Tagesordnung, infolgedessen kommt es zu höherer Kriminalität und Flüchtlingsströmen. Bei BAD ist dies zumindest in den ersten zwei Dritteln der Fall – in New York herrscht weiterhin Wohlstand, jedoch kämpft man dort mit Überbevölkerung. Insgesamt bleibt die Welt in BAD recht blass und vergleichsweise wenig dystopisch: der Status Quo scheint sich hier nicht in ein Weltuntergangsszenario gewandelt zu haben, stattdessen sind nur die globalen Unterschiede extremer geworden. Von einer drohenden Auslöschung der Menschheit ist nichts zu merken, weshalb die Notwendigkeit einer neuen Spezies – die Verbindung von Mensch und Computer in Form von Aurora – nicht wirklich ersichtlich wird. Somit ist Aurora eine leider Figur, deren Relevanz lediglich durch die Geschichte explizit vorgeschrieben ist bzw. aufgezwungen wird – für den Zuschauer ergibt sie sich auf dem Geschehen in keiner Weise schlüssig.

Anders bei COM: die Unfruchtbarkeit sorgt für ein langsames Aussterben der Menschheit, der Verfall ist dezent, aber stet und unvermeidlich. Zumindest scheint es so, bis sich sich Kees Schwangerschaft offenbart. Ab diesem Zeitpunkt ist sie der absolute Mittelpunkt der Geschichte und sämtlicher Empathien der handelnden Figuren und des Zuschauers. Gemeinsam mit Theo begreifen wir selbst, wie wichtig sie ist, und entsprechend der zur Verfügung stehenden Optionen (der Regierung übergeben, den Rebellen übergeben oder den unabhängigen Forschern übergeben) ist schnell klar, welche davon die einzig richtige ist.

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Abb. 1: Steriles Weiß dominiert das Design von THX 1138.

THX 1138 (im Folgenden THX) liefert zunächst kein (ersichtliches) Endzeit-Szenario. Die fortschrittliche Technologie (Polizei-Roboter, Hologramme statt TV, etc.) und die sterile und helle – konkret: weiße (vgl. Abb. 1) – Innenarchitektur erinnern zunächst an eine halbwegs idyllische SciFi-Utopie. Einzig die Abwesenheit von Außenaufnahmen mag zu Denken geben, doch dass THX tatsächlich ein Endzeit-Film ist, zeigt sich erst am Ende. Als der Protagonist seinen Fluchtpunkt erreicht, verlässt er die „Hülle“, die die fortschrittliche Innen- von der zerstörten Außenwelt trennt. In Letzterer wird er, laut Aussage der Wach-Roboter, nicht überleben können. Ob das wirklich stimmt, werden wir nie erfahren: die erste Einstellung der Außenwelt, die mit einem knallroten Sonnenuntergang das erste wirklich farbige Bild des Films liefert, ist zugleich die letzte des Films. (vgl. Abb. 2)

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Abb. 2: Erst die letzte Einstellung von THX 1138 bringt Farbe in den Film.

Die Vorgeschichte

Bei einigen Endzeit- bzw. SciFi-Filmen ist es üblich, die Vorgeschichte, die Katastrophe, d.h. die Ereignisse, die zum jetzigen Zustand der Welt geführt haben, am Anfang durch eine kurze Montage samt Erklärung durch einen Off-Sprecher darzulegen (Doomsday, Mad Max 2). Das ist effektiv, aber wenig elegant. Alle drei hier verglichenen Filme verzichten glücklicherweise auf diese Erzählstrategie. In THX erfahren wir rein gar nichts über die Ursachen des Ist-Zustandes, der Fokus liegt hier einzig auf der gegenwärtigen Gesellschaft. Das Außen und das Warum bleiben ein Mysterium.

In BAD gibt es lediglich optisch-inhaltliche Andeutungen: ein riesiger Bombenkrater in Sibirien (vgl. Abb. 3) und die Tatsache, dass Alaska (immer noch) Kampfgebiet ist, lassen zumindest erahnen, dass es zu einem Krieg zwischen den USA und Russland kam. Zudem scheint Überbevölkerung ein entscheidendes Problem zu sein.

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Abb. 3: Ein Krater in Sibirien deutet auf einen großangelegten Krieg als Ursache der Umstände in Babylon A.D. an.

COM geht hierbei am elegantesten vor: in der ersten Einstellung sehen wir eine Menschenmenge schockiert auf einen Fernseher starren, auf dem gerade über den Tod des jüngsten Menschen der Welt berichtet wird. (vgl. Abb. 4) In einem Nebensatz wird die seit 18 Jahren andauernde, globale Unfruchtbarkeit erwähnt. Weitere Informationen zum Hintergrund werden durch Dialoge und Bilder (von Flüchtlingen und den generell schlechten Zuständen) über den Film hinweg geliefert. Die Prämisse und Ausgangssituation von COM werden ausführlich, rein diegetisch und beiläufig vermittelt – ein Zeichen für einen sehr begabten Drehbuchautor.

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Abb. 4: Die erste Einstellung von Children of Men liefert einen eleganten Einstieg in die Geschichte.

Der Held

Hier weisen die drei Filme deutliche Unterschiede auf. So verdient der Protagonist von THX die Bezeichnung „Held“ eigentlich gar nicht: er ist ein kleines Zahnrad im System, sein Tod hätte keinerlei Bedeutung, außer dass seine Geschichte damit zu Ende wäre. Die Reise/Flucht von THX 1138 ist eine rein persönliche. Unfreiwillig wird er zum Opfer und Feind des Systems, bei der Flucht geht es ihm einzig um sein eigenes Überleben, um seine Freiheit und nicht um ein übergeordnetes, selbstloses Ziel. Die emotionale Involviertheit des Zuschauers kann einzig durch eine entsprechende Charakterzeichnung des Helden erreicht werden.
Und an dieser Stelle hält sich THX zunächst (bewusst) zurück. Die durch die Medikamente erzeugte emotionale Kälte der Figuren lässt nur wenig Identifikationsfläche zu: THX 1138 ist weder sympathisch noch vielschichtig. Auch seine Vorgeschichte bleibt im Dunkeln, da es hier schlicht nichts Erzählenswertes gibt. Einzig die Zuneigung zu seiner Mitbewohnerin und seine stets wachsende Verzweiflung lassen menschliche Züge erkennen. Spätestens aber, wenn er in der zweiten Hälfte des Films aus seiner Lethargie und Opferrolle ausbricht und tatsächlich zum aktiv handelnden Akteur wird, beginnen wir allmählich mitzufiebern. Die Charakterentwicklung bei THX kann man somit zwar durchaus als blass oder eher: zurückhaltend bezeichnen, ihren Zweck erfüllt sie jedoch allemal und das auch noch relativ elegant.

Theo aus COM ist hingegen ein klassischerer Endzeit-Held: mit einer Vergangenheit als politischer Aktivist und Vater eines Kindes, das in jungen Jahren den Tod fand, besitzt er genug Backstory, um eine interessante Figur zu sein. Auch diese Informationen werden punktuell, rein diegetisch und ausschließlich in Dialogen (also nicht in Rückblicken) vermittelt. Mittlerweile ist Theo an einem Punkt seines Lebens angelangt, an dem er mit der Welt abgeschlossen hat und nur noch vor sich hin existiert. Durch den Auftrag seiner Ex-Frau (die Anführerin der Rebellen) kehrt er unbeabsichtigt und allmählich zu seinen „alten Stärken“ als Macher zurück. In dieser Rolle geht er so sehr auf, dass er am Ende gar das eigene Leben opfert, um eine Aufgabe zu erfüllen, deren Bedeutung alles andere in dieser Welt überschattet. Theo wird damit zum ultimativ selbstlosen Helden innerhalb der Geschichte und der in ihr erzählten Welt – ohne jedoch jemals den Ruhm dafür ernten zu können.

BAD bietet von allen drei Filmen den flachesten Protagonisten: den Söldner im Exil, der die Chance auf eine Rückkehr in sein altes Leben wahrnimmt und erst gegen Ende die Bedeutung seiner Mission begreift, haben wir bereits in dutzenden anderen Geschichten erlebt. (vgl. Abb. 5) Und auch seine Entwicklung fällt vergleichsweise minimal aus. Zwar bricht Toorop aus seiner emotionalen Eiseskälte aus und baut eine Beziehung zu Aurora auf (Wann hat man denn Vin Diesel schon mal in einem Film weinen sehen?), doch das findet alles auf ausgetretenen Pfaden statt und wirkt relativ aufgezwungen, unauthentisch und zu schematisch. Woran es Toorop ebenfalls mangelt, ist eine Hintergrundgeschichte. Während diese bei Theo recht ausführlich und bei THX 1138 gar nicht geschildert wird, hat man sich bei BAD – wie auch bei der Backstory der erzählten Welt – für den Mittelweg entschieden: es werden lediglich Andeutungen gemacht. Aber was will man bei einem einzelgängerischen Söldner auch groß erzählen, außer dass er früher zu diversen Grausamkeiten gezwungen wurde? Konnte man sich bereits denken, weshalb das Dargestellte dann auch überflüssig ist.

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Abb. 5: Ein Einsatzteam kann ihn nicht beeindrucken: schon nach 5 Minuten ist klar, was Toorop für ein Typ ist.

Stil 

Auch bzgl. ihres audiovisuellen Stils weisen alle Filme starke Unterschiede auf. So ist THX mit Abstand der optisch einfachste Film. Die ruhige und wenig aufwändige, aber effektive Kameraarbeit verlangt vom Zuschauer eine ordentliche Portion Aufmerksamkeit und Interpretationsleistung. Bemerkenswert ist die Dialogarmut – stattdessen wird ein Großteil der Informationen über Funksprüche vermittelt. Dies verstärkt den sterilen, futuristischen Science-Fiction-Aspekt des Films. Löblich (für die damalige Zeit allerdings auch notwendig) ist der Einsatz gelungener praktischer Effekte.

BAD hingegen erweist sich schnell als üblicher 2000er-Actionfilm. Heißt: viele Schnitte (v.a. in den Actionsequenzen) und viele digitale Effekte, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind. Das Ergebnis mag akzeptabel sein, doch stilistisch ist BAD in keinster Weise herausragend oder auch nur an irgendeiner Stelle einprägsam. Auch bzgl. des     (Technik-)Designs wird lediglich Standard geboten: es gibt kaum ein Gadgets, bei dem man sich denkt: „Coole Idee.“

COM ist gerade im Vergleich dazu ein absolutes Brett. Er beigestert zwar auch nicht mit großartigen Gadget-Ideen, denn dafür ist die Welt zu dystopisch und zu nah in der Zukunft. Jedoch wird das Anliegen des Films durch die recht monotone Farbpalette (grau und braun in allen Variationen) effektiv unterstrichen. Der wahre Selling-Point ist allerdings die Kameraarbeit. Die überdurchschnittlich langen Einstellungen kulminieren in Kombination mit einer sehr mobilen (aber nicht wackeligen) Kamera schließlich in zwei mittlerweile extrem bekannten und geachteten Plansequenzen. Auch die Soundeffekte (Schüsse und Explosionen) sorgen für gehörige Intensität.

 

Sonstiges

Auffällig ist, dass ein mehr oder minder relevantes Thema aller Filme die Schwangerschaft einer Frau ist. Bei THX trifft es die Mitbewohnerin des Protagonisten, bei BAD und COM Aurora bzw. Kee, die beide im Schutz des Helden stehen. Während die Schwangerschaft bei THX nur eine Nebenerzählung ist, die eine negative Auflösung findet (sie wird getötet, ihr Kind wird zu einer neuen Arbeitskraft herangezüchtet), stellt sie sich bei BAD als Teil-Auflösung des Geheimnisses um Aurora heraus. Bei COM hingegen wird sie schon nach kurzer Zeit aufgedeckt und ist fortan das Zentrum aller Aufmerksamkeit und Handlungen. Ungeachtet der unterschiedlichen Gewichtung innerhalb der Filme scheint die Schwangerschaft ein wichtiges Motiv innerhalb des Sub-Genres des Endzeit-Films zu sein (Mad Max: Fury Road, Terminator). Alternativ wird das Ganze auch gern eine Stufe weitergedacht und der Fokus auf ein oder mehrere Kinder gelegt (Terminator 2, Mad Max 2, Snowpiercer, The Road.) Es bedarf wenig Interpretationsleistung, um das zu deuten: für das Überleben der Menschheit und die Besserung der Lebensbedingungen liegen die Hoffnungen primär auf der nächsten Generation. Zudem stellen sowohl ungeborene als auch bereits geborene Kinder ein effektives emotionales Bindemittel zwischen Protagonist und Zuschauer dar.

Fazit

Gerade im direkten Vergleich zeigt sich, dass BAD und COM zwar einen nahezu identischen Plot haben (Mann bringt Mädchen, das für das Überleben der Menschheit entscheidende Bedeutung hat, von A nach B), dieser von COM jedoch wesentlich eleganter und intelligenter erzählt wird. BAD mögen dabei nicht nur seine Action-Film-Ambitionen hinderlich sein – man merkt ihm auch die Einmischung durch die Chefetage von Fox deutlich an. Potenzial und Ideen sind ansatzweise vorhanden, das Ergebnis ist jedoch ein vermainstreamtes Beinahe-Desaster.
Der Protagonist von COM ist interessanter, greifbarer und macht eine deutlich stärkere Entwicklung durch. Zudem die erzählte Welt wesentlich tiefer und erfahrbarer. BAD ist inhaltlich inkonsistent und weist zu wenige Unterschiede zu unserer Gegenwart auf. Er verliert sich bei seiner Auflösung – ebenso wie Lucy – leider in techno-esoterischem Geschwurbel.
Eine gänzlich andere Ausrichtung wählte George Lucas bei THX. Darin erzählt er eine sehr individuelle und persönliche Geschichte einer an sich unbedeutenden Figur, die kein übergeordnetes Ziel als (Über)Leben in Freiheit hat. Dass es sich hier tatsächlich um ein Endzeit-Szenario und nicht nur eine kapitalistisch-technologisch-faschistische Dystopie handelt, wird erst zum Ende hin klar.
Die anfangs beschriebenen Story- und Welt-Elemente treten somit in vielen Fällen innerhalb der Filme auf, wenn auch in deutlich unterschiedlicher Gewichtung.

Nachwort

Anfangs nur als mittellanger Text geplant, ist das Ganze jetzt doch zu einer etwas umfangreicheren Sache geworden. Ich hoffe, dass ich hiermit für ein wenig Diskussionsstoff gesorgt habe. Neben inhaltlicher Kritik interessieren mich natürlich auch folgende Fragen:

  • Wie ist eure Meinung zu den hier besprochenen und anderweitig erwähnten Endzeit-Filmen?
  • Was ist euer Lieblingsfilm aus diesem Genre?
  • Welche Endzeit-Filme könnt ihr noch empfehlen?
  • Was macht einen Endzeit-Film für euch aus?

Vor allem aber bitte ich um Feedback. Da dieser Text der erste seiner Art ist, würde ich gern wissen:

  • Ist der Text zu lang oder könnte er noch ausführlicher sein?
  • Habt ihr etwas aus dem Ganzen mitgenommen? Wenn ja, was?
  • Welche Punkte/Aspekte habe ich vergessen?
  • Und ganz wichtig: Lohnt sich die Mühe? Soll ich so etwas noch einmal machen? Falls ja, dann schreibt mir doch gern Vorschläge für weitere Genres.

Vielen Dank an jeden, der bis hier durchgehalten hat 😉

Quellen der Film-Poster:

Bilderverzeichnis:

  • Abb. 1: Screenshot aus THX 1138 – Timecode: 0:51:09
  • Abb. 2: Screenshot aus THX 1138 – Timecode: 1:24:53
  • Abb. 3: Screenshot aus Babylon A.D. – Timecode: 0:24:48
  • Abb. 4: Screenshot aus Children of Men – Timecode: 0:01:02
  • Abb. 5: Screenshot aus Babylon A.D. – Timecode: 0:05:41

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