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Filme gesehen #76

Diese Woche mit drei bedingt empfehlenswerten Filmen: Seom – Die Insel, Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 und Joe – Die Rache ist sein.

Seom – Die Insel (Seom, Kim Ki-duk, KOR 2000)
Dieser koreanische Kriminal- und Psychothriller sticht vor allem durch seinen Schauplatz heraus: ein See, auf dem winzige Floß-Häuser als Urlaubsunterkünfte für Angler dienen. Geile Location – wenn sie nicht von einer stummen und psychopatischen Dame verwaltet werden würde. Die verliebt sich im Laufe des Films in einen Gast, der genauso gestört und obendrein kriminell ist. Es entwickelt sich eine dezente Bonnie & Clyde-Geschichte, die mit einer Handvoll extrem unangenehmer, brutaler Szenen aufwartet. Seom zeigt dabei einige Parallelen zu Lars von Triers Antichrist: depressive Stimmung, platte und provokative Gewalt, gestörte Figuren. Interessant, aber nur sehr bedingt empfehlenswert.
imdb / Trailer
3,0Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 (The Hunger Games – Mockingjay Part 2 , Francis Lawrence, USA 2015)
Mockingjay Teil 1 fühlte sich noch wie das tiefe Luftholen vor dem großen Knall an, weshalb ich ihm seine zahlreichen Längen halbwegs verzeihen konnte. Umso schlimmer, dass Teil 2 nicht abliefern kann. Anstatt eines visuellen Spektakels und großer Schlachten gibt es hier erneut viel zu viele Szenen, in denen die Figuren (die mir immer noch vollkommen egal sind) in der Dunkelheit sitzen, über ihr schweres Leben und allerlei andere, depremierende Themen schwadronieren. Jennifer Lawrence darf noch immer nicht schauspielern und präsentiert uns über knapp zweieinhalb Stunden den immergleichen, geistesabwesenden Gesichtsausdruck. Erst in der letzten Stunde nimmt das Ganze ein wenig Fahrt auf, doch davor und dazwischen ist einfach zu viel Leerlauf. Und so ist es scheinbar auch nur konsequent, dass das Ende alles andere als rund wirkt.
imdb / Trailer
2,5Joe – Die Rache ist sein (Joe, David Gordon Green, USA 2014)
Nach einhelliger Meinung ist Joe einer der wenigen guten Nicolas Cage-Filme der letzten Jahre. Gemessen an dem, was der Mann in jüngerer Vergangenheit so produziert hat, kann ich dieser Aussage durchaus zustimmen. Trotzdem ist Joe noch lange kein sehr guter Film und das liegt – wie ironisch – hauptsächlich an Nicolas Cage. Der spielt einen alkoholabhängigen Kleinunternehmer, welcher zu Gewaltausbrüchen neigt und einen 15jährigen unter seiner Fittiche nimmt, weil der arge Probleme mit seinem Hillbilly-Vater hat. Das Setting im mittleren Westen der USA mitsamt seiner White Trash-Bevölkerung ist großartig und die Atmosphäre unfassbar dicht. Doch leider ist der Protagonist die mit Abstand eindimensionalste und uninteressanteste Figur des ganzen Films. Insofern könnte man Cages Performance als angemessen bezeichnen – meist ist sie aber einfach nur platt und/oder überzogen. Joe ist ein durchaus sehenswerter Film, aber bestimmt nicht aufgrund seines Hauptdarstellers.
imdb / Trailer
3,5

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