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Filme gesehen #103

Diese Woche mit X-Men: Apocalypse, Extrem laut und unfassbar nah, Cocaine Cowboys Reloaded und Clerks.

X-Men: Apocalypse (Bryan Singer, USA 2016)
Weniger als eine Trilogie darf’s heute nicht mehr sein – diesem Credo folgt auch die Neuauflage der X-Men. Apocalypse also ist nun der Abschluss der neuen Trilogie und ein okayer, wenn auch keineswegs überwältigender. Diesmal erwacht ein uralter Mutant aus seinem Pharaonengrab und ist beschwört mal wieder den Weltuntergang herbei – alte Superheldenfilm-Schule also, in diesem Falle eine zeitgeistige Analogie auf religiösen Fanatismus. X-Men: Apocalypse macht nicht viel falsch, kann aber an keiner Stelle herausstechen, will stattdessen in jeder Hinsicht einfach einen draufsetzen: Ein noch böserer und mächtigerer Gegenspieler, eine noch spektakulärere (aber eigentlich wesentlich schlechtere) Zeitlupensequenz und ein noch epischeres Finale, bei dem noch mehr kaputt geht. Im Film selbst gibt es Meta-Kommentar darüber, dass der letzte Teil einer Trilogie immer der schlechteste ist – Apocalypse bestätigt das.
imdb / Trailer
3,5Extrem laut & unfassbar nah (Extremely Close & Incredibly Close, Stephen Doldry, USA 2011)
Was für ein Trauma der 11. September für die US-amerikanische Bevölkerung war, kristallisiert sich in diesem Film zu einem Familiendrama, das in jeder Hinsicht aus dem Vollen schöpft: ein autistischer Junge verliert seinen über alles geliebten Vater (Tom Hanks) im World Trade Center, die Mutter (Julia Roberts) verfällt in Depressionen und er selbst geht einer letzten Schnitzeljagd nach, die sein Vater für ihn vorbereitet hatte. Diese Geschichte ist optisch überraschend kreativ umgesetzt, aber auch schauspielerisch weiß hier jeder Teilnehmer (darunter u.a. Max von Sydow) zu überzeugen. Auch auf emotionaler Ebene kann Extrem laut & unfassbar nah packen – und das mit minimalem Schmalz-Faktor und trotz etwas wenig zu viel Inhalt. Der „Kloß-im-Hals“-Faktor ist jedenfalls ziemlich hoch und macht diesen Film in Verbindung mit der völligen Entpolitisierung der Katastrophe zu einer ergreifenden Geschichte über Verlust und Vergangenheitsbewältigung. Sehr empfehlenswert.
imdb / Trailer
5,0Cocaine Cowboys Reloaded (Billy Corben, USA 2014)
Dokumentation über den Drogen-, speziell den Kokainhandel der 80er Jahre im Süden der USA, die zwar nur nach typischem Talking-Heads-Prinzip funktioniert, dabei jedoch einige interessante und schockierende Geschichten zutage fördert. Es wurden nämlich nicht nur Ermittler, sondern auch eine ganze Menge ehemaliger Schmuggler und sogar ein Auftragskiller der Drogenhändler vor die Kamera gesetzt, die allesamt eine Menge zu erzählen haben. Kein dokumentarischer Meilenstein, trotzdem äußerst sehenswert.
imdb / Trailer
4,5Clerks – Die Ladenhüter (Clerks, Kevin Smith, USA 1994)
Kevin Smith war – bis auf eine Sichtung von Dogma – bisher nur jemand, über den aus zweiter Hand gehört hatte: ein Ober-Nerd, der mal gute Filme gemacht hat, inzwischen aber besser darin ist, über Filme zu reden als sie zu drehen. Warum Clerks, sein erster Spielfilm, einen solchen Kultstatus besitzt, kann nun aber auch ich endlich verstehen. Hier geht lediglich um einen Arbeitstag im Leben eines Losers, der dabei von einer dämlichen Situation in die nächste gerät und sich die absurdesten Gespräche mit noch viel absurderen Charakteren liefert. Erinnerungen werden wach an Tarantino und Woody Allen, allerdings ist das alles viel alltäglicher, nerdiger und kommt mit einem solchen Amateurcharme daher, dass man diesen Film kategorisch gar nicht schlecht finden kann. Clerks ist keine hohe Kunst, aber verdammt unterhaltsam.
imdb / Trailer
5,0

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