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Filme gesehen #104

Diese Woche mit Lord of War, Shaun of the Dead und Argo.

Lord of War – Händler des Todes (Lord of War, Andrew Niccol, USA 2005)
Die Verfilmung der Erfolgsgeschichte des internationalen Waffenhändlers Yuri Orlov gehörte vor zehn Jahren zu meinen Lieblingsfilmen. Nun passiert es ja des öfteren, dass genau solche Filme den Test der Zeit nicht bestehen, mir zuletzt so passiert bei Léon der Profi. Auch Lord of War hat mit den Jahren ein wenig gelitten, entpuppt sich aber auch heute noch als gut funktionierende, schön bissige, schwarze Komödie über Waffenschie-berei, Korruption und die Nutznießer juristischer Grauzonen. In der zweite Hälfte gleitet die Handlung dann (einen Hauch zu sehr) Richtung Drama ab und natürlich fällt Nick Cages Overacting ein ums andere mal negativ auf (oder sorgt für einige zusätzliche Lacher…). Doch Story und Stimmung sind noch immer gelungen und vor allem das Ende sitzt. Test trotz leichter Abstriche bestanden.
imdb / Trailer
4,0Shaun of the Dead (Edgar Wright, GB 2004)
Bei Shaun of the Dead verhält es sich so ähnlich, nur dass ich die Zombie-Komödie und den Beginn der Cornetto-Trilogie bereits damals gut, aber niemals fantastisch fand. Tatsächlich merkt man dem Film an, dass zwar die Chemie zwischen den Verantwortlichen (Edgar Wright, Simon Pegg und Nick Frost) stimmte, die gemeinsame Linie jedoch noch nicht ganz gefunden war. Der Humor ist nach wie vor super, ebenso wie die Figuren und der Storyaufbau. Bei der Action allerdings wird die innere Logik gerne mal der Komik geopfert. Das ist zwar kein Beinbruch, hat in den Nachfolgewerken (Hot Fuzz und The World’s End) deutlich besser zusammengepasst. Als amüsante Genreparodie ist Shaun of the Dead aber immer noch ein Highlight.
imdb / Trailer
4,5Argo (Ben Affleck, USA 2012)
Filme, die auf wahren Begebenheiten basieren und amerikanische Errungenschaften feiern, haben bei den Oscars immer gute Chancen, was wohl auch der Grund dafür ist, dass Argo 2013 die Trophäe als Bester Film nach Hause nehmen konnte. Ben Affleck agiert hier nicht nur hinter der Kamera, sondern auch davor und muss im Dienste der CIA sechs Amerikaner, die sich 1979 im Iran vor der wütenden Menge versteckten, zurück in die Heimat bringen. Wie er das anstellt, ergibt eine äußerst unterhaltsame Geschichte und dreht besonders am Ende die Spannungsschraube bis zum Anschlag an. Da kann man auch die kreativen Freiheiten der Autoren zum Zwecke der Spannungssteigerung verzeihen. Was hingegen sauer aufstößt ist zum einen Afflecks apathisches Schauspiel, das vielleicht in Gone Girl funktionierte, bei dieser Rolle jedoch nicht so recht passen will, und zum zweiten die plumpe Darstellung der Iraner, bei denen es sich fast ausnahmslos um US-Flaggen verbrennende Dauerprotestierer und -randalierer handelt. Selbst wenn man Amerika feiern will, kann man das deutlich nuancierter machen. Dennoch: spannender Historienthriller mit hohem Unterhaltungswert.
imdb / Trailer
4,5

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