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Filme gesehen #109

Diese Woche mit Warcraft: The Beginning, Oliver Twist und Cold Fish.

Warcraft: The Beginning (Warcraft, Duncan Jones, USA 2016)
Er wurde vielfach beschimpft und ebenso viel gelobt: Die Resonanz auf Warcraft: The Beginning fiel extrem zwiegespalten aus. Fans auf der einen, Warcraft-unerfahrene auf der anderen Seite, könnte man meinen. Ich selbst gehöre eher zur letzteren Fraktion und muss trotzdem sagen: Diese Videospielverfilmung macht vieles, aber nicht alles falsch. Am ehesten ist noch der Look der Orks gelungen, die – ebenso wie die Action – schön wuchtig daherkommen und sich damit von der oftmals viel zu leichtfüßigen Inszenierung ähnlicher Filme unterscheidet. Allerdings sieht das Ganze auch immer wieder ziemlich unecht und viel zu clean aus. Die Handlung ist, wie der Film an sich, zwar keine Vollkatastrophe, krankt allerdings an Logiklücken und zu vielen Elementen, sodass sie in Summe überladen wirkt. Warcraft: The Beginning wird dadurch zu typischer, dummer Blockbusterware, die leider viel zu offensichtlich als Franchise angelegt ist. Das kann Spaß machen – allerdings nicht mehr als ein, zwei Mal.
imdb / Trailer
3,0Oliver Twist (Roman Polanski, FRA/GBR/CZE 2005)
Roman Polanskis Verfilmung des englischen Buchklassikers hätte eine runde Sache sein können, wenn sie doch bloß eine klarere Zielgruppe hätte. Denn auf der einen Seite ist hier vieles kindgerecht, auf der anderen dann auch wieder nicht: Einer harmlosen Sprache und vielen leichten Storyelementen steht, besonders gegen Ende, ein zunehmend düsterer erzählerischer Ton gegenüber. Junge Teenager sind also noch am ehesten das optimale Publikum dieses Films, der trotz dessen auch die älteren ganz gut unterhalten kann. Ein entscheidendes Problem habe ich dann aber doch: Der Titelheld ist einer der passivsten, die ich seit langem erlebt habe. Bis auf zwei Entscheidungen, die er eigenmächtig trifft, wird Oliver Twist nur herumgeschubst und -kommandiert. In Unkenntnis des Buchs weiß ich nicht, ob das der Vorlage oder einfach nur Polanskis Stil entspricht. Es nimmt der Handlung, die ja eigentlich ein Plädoyer gegen Kinderarmut und -arbeit im Zeitalter der Industrialisierung sein will, aber viel von ihrer progressiven Energie
imdb / Trailer
3,5Cold Fish (Tsumetai Nettaigyo, Sion Sono, JPN 2010)
Mein dritter Film von Sion Sono und so langsam glaube ich zu erkennen, was die stilistische Konstante seiner Werke ist: Unberechenbarkeit. Dass die aber kein Alleinstellungsmerkmal für Qualität ist, beweist Cold Fish, in dem ein Händler für exotische Aquarienfische, der zu Hause unter dem Pantoffel seiner rebellischen Tochter und seiner apathischen Ehefrau steht, in die Machenschaften eines anderen, dubiosen Fischhändlers gerät. Dass das alles nicht gut ausgehen kann, merkt man bereits, wenn die Kamera am Anfang des Films dutzende fragile Aquarien einfängt. Von denen geht dann zwar keines zu Bruch, doch natürlich endet die Geschichte in einem Exzess aus Gewalt und Blut. (Ganz so unberechenbar ist Sono dann wohl doch nicht…) Meine Begeisterung für diesen Film hält sich allerdings in Grenzen: Zu dröge und sperrig ist der Mittelteil inszeniert, die Entwicklung der Hauptfigur setzt erst in der letzten halben Stunde ein, vieles wirkt plump und voyeuristisch. Immer noch ein interessantes, sehenswertes Werk, aber nichts für die Ewigkeit.
imdb / Trailer
3,5

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