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In eigener Sache: Kommt ein „Gastbeitrag“ geflogen…

Liebe Bloggerkollegen,…

…heute Morgen hat mich eine Email mit folgendem Inhalt erreicht:

Hallo!

Die einen lieben sie und die anderen, nun ja, nicht so sehr: Comicverfilmungen. Spätestens nach Deadpool haben auch viele Kritiker dieses Genre ins Herz geschlossen. Fans mussten sich bisher mit ein bis zwei Filmen pro Jahr begnügen, dies dürfte sich aber ab 2017 änder. Alleine aus dem Hause Marvel und DC werden nächstes Jahr sechs Comicverfilmungen über die Leinwände flimmern und die Tendenz ist steigend.

In meinem Gastbeitrag gibt es eine Preview darüber, was nächstes Jahr auf uns zu kommt. Vom dritten Teil von Thor bis zur heiss ersehnten Verfilmung von Wonderwoman und weiteren Filme die in den Jahren 2018/19 und 2020 folgen werden.

Wenn du Interesse an diesem Beitrag hast, lasse es mich bitte wissen und ich schicke dir schnellstmöglich einen Entwurf zu.

Freundliche Grüsse

[…]

Meine erste Reaktion darauf: Verwirrung. Zwar rufe ich auf meinem Blog dazu auf, dass andere sich mir beim Projekt „Weltherrschaft“ gerne anschließen können, und noch immer würde ich mich über jeden Gastbeitrag beziehungsweise Mitschreiber freuen. Doch eine solch unpersönliche Anrede… das riecht doch verdächtig nach Spam.

Eine kurze Recherche (sprich: Google-Suche) nach der Email-Domain führt mich dann auch schnurstracks zu einer Website, auf der man sich als „Specialists in ethical, international search engine optimisation, innovative online advertising, and cost-effective social media & mobile marketing in 16 languages“ verkauft. Unter den Kunden dieser Werbeagentur befindet sich auch – Überraschung – der Disney Konzern in Form des Disneyland Paris.
So wirkliche „specialists“ scheinen die Kollegen aus London dann aber doch nicht zu sein. Mir einen (höchstwahrscheinlich) werbenden PR-Text als „Gastbeitrag“ verkaufen zu wollen, dabei aber eine Mailadresse zu verwenden, die mich innerhalb von zehn Sekunden die Quelle dieses Schreibens finden lässt, zeugt nicht gerade von professionellem Vorgehen: Entweder ihr seid ehrlich oder ihr verarscht mich so konsequenz, dass ich euch nicht auf die Schliche komme.

Nicht falsch verstehen: Ich bin der letzte, der prinzipiell etwas gegen Werbung und PR hat – auch große und kleine Firmen haben einen Anspruch darauf, ihre Produkte und Interessen in die Öffentlichkeit zu tragen und dafür zu werben. Ich stehe ja selbst mit mehreren Filmverleihen in Kontakt, erhalte gelegentlich Rezensionsexemplare und Einladungen zu Pressevorführungen.
Ein Problem habe ich aber damit, wenn mir Werbung als redaktioneller Beitrag verkauft werden soll – ob in Print, Fernsehen, Radio oder Online. Gerade letzteres ist ja ein Hort für so genanntes Native Advertising – letztlich nur ein hübscher Begriff dafür, Werbung als journalistische Beiträge zu tarnen. Egal ob Bento oder diverse YouTuber: Mal abgesehen von rechtlichen Fragen ist das vor allem moralisch fragwürdig und ganz schlicht: Beschiss. Das haben auch schon die Macher von South Park erkannt und dem Thema ihre gesamte 19. Staffel gewidmet.

Liebe Bloggerkollegen, wie geht ihr mit derartigem um? Passiert euch so etwas regelmäßig und war das einfach nur der erste Tropfen einer Welle, die möglicherweise bald auf mich zurollen wird und euch schon längst erreicht hat? Oder findet ihr all das, was ich soeben als Problem bezeichnet habe, gar nicht so schlimm?

Quelle Beitragsbild: www.mindsea.com

10 Kommentare zu „In eigener Sache: Kommt ein „Gastbeitrag“ geflogen… Hinterlasse einen Kommentar

    • Kann mich Ma-Go nur anschließen. Kam bei mir auch noch nicht vor. Es hat sich bei mir mal ein Filmproduzent gemeldet, der gefragt hat, ob ich seinen Film rezensieren möchte. Der hat mich aber mit Name angeschrieben und hat ganz lieb angefragt. Das ist aber wirklich die Ausnahme. Ich finde innerhalb der (Film-)Bloggercommunity könnte es aber ruhig mehr klassische Gastbeiträge geben. Sodass Leser auch mal auf andere Blogger aufmerksam werden. Davon haben am Ende alle etwas.

      Gefällt 2 Personen

      • Das mit dem Produzenten hatte ich auch schon mal. Das fand ich aber vollkommen ok, da er mir keinerlei Vorgaben machte was ich zu schreiben habe und was nicht. Ich glaube, ihm ging es wirklich darum seinen Film mit offenen Karten zu bewerben.

        Die Sache mit den Gastbeiträgen (und Kooperationen) sage ich auch schon seit zwei Jahren. Aber irgendwie scheint das Interesse allgemein nicht allzu groß zu sein. Immerhin eine Hand voll solcher Artikel sind auf meiner Seite bisher entstanden und erschienen.
        Immerhin sind wir einer Meinung, Franziska. *high5*

        Gefällt 2 Personen

      • Wenn ein Produzent seinen Film für eine Kritik anbietet, ist das ja auch kein Thema, sondern sogar Sinn und Zweck der Sache.
        Gastbeiträge sind vermutlich eine schwierige Sache, weil viele (einschließlich ich) schon Mühe haben, ihren eigenen Blog zu füllen. Und dann noch etwas für andere zu schreiben… Die Motivation aufzubringen ist schwer

        Gefällt 1 Person

      • Das stimmt natürlich. Man könnte aber auch Kooperationen initiieren. Die Ergebnisse könnten dann auf beiden Blogs erscheinen. Aber das wäre ja ein anderes Thema. 😉

        Gefällt 1 Person

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