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Filme gesehen #121

Diese Woche mit Mortal Kombat, Prince of Persia: Der Sand der Zeit, Interstellar und 28 Tage.

Mortal Kombat (Paul W.S. Anderson, USA 1995)
Videospielverfilmung zum Ersten: Seinerzeit eines der brutalsten Spiele, musste es Mortal Kombat im Zuge des Kampfspiel-Hypes der 90er auch auf die Leinwand schaffen. Das Ergebnis ist tatsächlich gar nicht mal der Totalreinfall, den man angesichts von Vorlage und Regisseur erwarten würde. Ein Kampfsportturnier, dessen Ausgang das Schicksal der Welt entscheidet – klassischer Stoff für einen B-Movie, der seiner B-Movie–Vorlage inhaltlich wie atmosphärisch gerecht wird. Dabei finden erstaunlich viele Figuren einen angemessenen Platz in der Handlung, samt jeder Menge dämlich-sympathischer One-Liner. Die überwiegend handgemachte Action passt, reflektiert mit seinen permanenten Schauplatzwechseln sogar den Charakter seiner Vorlage. Und die Musik: ein einziges Fest. Zweifellos Trash – aber der von der coolen Sorte. Weil Augenzwinkern und so.
imdb / Trailer
3,5Prince of Persia: Der Sand der Zeit (Prince of Persia: The Sands of Time, Mike Newell, USA 2010)
Videospielverfilmung zum Zweiten: Eigentlich kann man mit einem klassischen Sandalenfilm rund um einen orientalischen Prinzen, eine mysteriöse Prinzessin und magische Artefakte kaum etwas falsch machen. Und deshalb macht Prince of Persia – allen voran bei seinen Figuren und Schauplätzen – auch beinahe alles richtig. Okay, das Ganze ist etwas zu hektisch, sowohl bei der Action als auch bei der Geschichte, die zudem noch übermäßig verkompliziert wird. So wirklich weiß der Film auch nicht mit seiner „Kernbotschaft“ umzugehen: Auf der einen Seite soll jeder für sein Schicksal selbst verantwortlich sein, auf der anderen sind die Dinge angeblich vorherbestimmt. Und vom endlosen Whitewashing will ich gar nicht erst anfangen. Als belangloses Blockbuster-Kino macht Prince of Persia aber vor einem eines: Spaß.
imdb / Trailer
4,0Interstellar (Christopher Nolan, USA/UK 2014)
Selten war sich die breite Masse bei einem Film von Christopher Nolan so uneinig wie bei Interstellar. Ich befinde mich nach der dritten Sichtung aber nach wie vor auf Seiten der Befürworter: Noch immer sind Visualität und Akustik ein Segen für Augen und Ohren. Noch immer ärgere ich mich deshalb grün und blau, das Ding nicht im Kino gesehen zu haben. Noch immer ist Nolans Zukunftsvision eine ebenso glaubwürdige wie beunruhigende. Noch immer wissen die emotionalen Kernmomente zu packen. Aber: Noch immer fällt die zweite Hälfte drastisch ab und noch immer wirken die zahlreichen Erklär-Bär-Passagen unbeholfen. Ein paar Federn muss Interstellar deshalb im Vergleich zum überwältigenden Eindruck des ersten Mals lassen – fliegen kann der Vogel trotzdem noch.
imdb / Trailer
5,028 Tage (28 Days, Betty Thomas, USA 2000)
Sandra Bullock als Drogenabhängige, die nach einem Unfall in der Entzugsklinik landet und dort – wie üblich für diese Geschichten – zunächst widerwillig mitmacht, später aber langsam auftaut. 28 Tage wartet mit einer angenehm dezenten Prise Humor und Herzlichkeit auf, schauspielerisch können sämtliche Beteiligten (inklusive solcher Hochkaräter wie Steve Buscemi und Viggo Mortensen) überzeugen. Hieraus hätte man ein wirklich berührendes und tiefgreifendes Portrait einer Süchtigen und ihrer Mit-Süchtigen machen können, vorausgesetzt, man hätte sich – und das sage ich wirklich nicht oft – mehr Zeit genommen. So jedoch bleibt 28 Tage an den meisten Stellen oberflächlich, viele interessante Aspekte und Figuren werden nur touchiert. Schade um das verschenkte Potential.
imdb / Trailer
3,0

4 Kommentare zu „Filme gesehen #121 Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ich würde, glaub ich, so weit gehen und sagen, dass Mortal Kombat die beste Videospielverfilmung ist. Wie Du sagst, ein dämlicher Film aber eben auch zu einem dämlichen Spiel. Ob das nun für die besondere Qualität von MK spricht oder mehr über alle anderen Videospielverfilmungen aussagt, muss jeder selbst entscheiden.
    Prince of Persia muss ich mir irgendwann wohl doch mal ansehen.

    Gefällt 1 Person

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