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Filme gesehen #125

Diese Woche mit Gone Girl, Hellraiser, Die Weißhelme und Die zwölf Geschworenen.

Gone Girl – Das perfekte Opfer (Gone Girl, David Fincher, USA 2014)
Seit meinem Kinobesuch erstmals wieder gesehen – und obwohl Gone Girl beim zweiten Mal doch ein wenig an Intensität und Spannung einbüßt, ist David Finchers bisher letzter Film nach wie vor großartig. Warum, das lässt sich nicht nur in zahlreichen Videoessays bewundern, die in den vergangenen Jahren erschienen sind. Man erkennt das bereits an Licht- und Farbstimmung, die die fahle, grau-blaue Tristesse des Lebens und der Ehe von Ben Affleck und Rosamund Pike so treffend auf die visuelle Ebene hieven. Schauspielerisch ohnehin ganz stark, dazu noch unbequeme Wahrheiten über Ehe und Medien und all das verpackt in einen spannenden Kriminalthriller mit überraschendem Ausgang.
imdb / Trailer

Hellraiser – Das Tor zur Hölle (Hellraiser, Clive Barker, GBR 1987)
Wenn Horror-Nerds angesichts der Tatsache, dass Hellraiser nun endlich ungeschnitten mit einer FSK16-Freigabe in Deutschland erscheint, vollkommen ausrasten, muss ich doch mal schauen, was es mit diesem kultigen Schocker auf sich hat. Zunächst mal nichts ungewöhnliches: Hellraiser kommt sehr trashig daher. Ein Mann öffnet in seinem Haus das Tor zur Hölle und wird von ihr verschluckt. Die Nachmieter – sein Bruder und dessen Ehefrau – müssen nun mit den Folgen leben, allen voran die Frau, die ihren Schwager versehentlich zurückholt und ihn fortan mit Menschenopfern versorgen muss. Die praktischen Effekte sind der Hammer, der Spannungsaufbau geht in Ordnung, auch wenn sich die letzten 20 Minuten als viel zu chaotisch und unübersichtlich erweisen. Warum dieser Nadelkopf zu einer solchen Kultfigur anvanciert ist, ist wohl erst in Kenntnis der acht Nachfolger verständlich. Auf die kann ich nach dieser wenig beeindruckenden, wenn auch interessanten Horrorfilm-Geschichtsstunde aber gern verzichten.
imdb / Trailer

Die Weißhelme (The White Helmets, Orlando von Einsiedel, USA 2016)
Als „Best Documentary Short Subject“ hat Die Weißhelme bei den diesjährigen Academy Awards die Kategorien abbekommen, bei denen die meisten wohl ab- oder wegschalten. Dass die Netflix-Produktion den Sieg einfahren konnte, dürfte ihr jedoch nochmal einiges an Aufmerksamkeit eingebracht haben – zumal der Streaming-Dienst seitdem offensiv für die Kurzdokumentation über die Weißhelme wirbt. In 40 Minuten wird hier die Arbeit ziviler Rettungskräfte in Aleppo porträtiert. Das kann zwar nicht über die gesamte Laufzeit hinweg fesseln, weil hier weniger der Informationsgehalt als vielmehr die (etwas pathetischen) Wortbeiträge der Protagonisten im Vordergrund stehen. Wer aber bei der Szene mit dem Baby nicht wenigstens den Tränen nahe ist, dem ist echt nicht mehr zu helfen. Sehenswert.
imdb / Trailer

Die zwölf Geschworenen (12 Angry Men, Sidney Lumet, USA 1957)
Simple Idee, fantastische Umsetzung: Zwölf Geschworene setzen sich zusammen, um ihre Entscheidung über einen mutmaßlichen Mörder zu fällen. Elf plädieren für schuldig, nur Henry Fonda wagt es, Zweifel an Beweisen und Zeugen zu äußern. So entbrennt eine hitzige Debatte, in deren Verlauf Fonda immer mehr Unterstützer für sich gewinnen kann. Die 12 Geschworenen beweist, wie wirkungsvoll das Genre des Kammerspiels sein kann: Die Figurenzeichnung ist brillant, kann man doch schon nach wenigen Minuten alle zwölf Herren deutlich voneinander unterscheiden und einschätzen. Die Dialoge treiben nicht nur den Plot voran, sondern zeichnen auch ein klares Bild der Mordnacht, ohne dass es etwas von der Tat oder der Verhandlung zu sehen gibt. Und der Schauplatz selbst wird in so vielen verschiedenen Kamerawinkeln abgelichtet, dass es einfach nicht langweilig wird. Ein Film, der die Macht von Vorurteilen und Vorverurteilungen effektiv zu entkräften weiß. Der nach Vernunft und Zweifel am vermeintlich Offensichtlichen verlangt. Und darüber hinaus absolut zeitlos ist. Donald Trump should really watch this movie.
imdb / Trailer

5 Kommentare zu „Filme gesehen #125 Hinterlasse einen Kommentar

  1. Bei „Hellraiser“ habe ich tatsächlich tapfer bis zum sechsten Teil durchgehalten, danach konnte ich dann aber wirklich nicht mehr. Teil 1 ist der beste der Reihe und selbst der ist nicht besonders gut. Er ist okay, aber kein Meisterwerk. Danach wird es alles nur noch schlimmer… Teil 4 spielt ja dann sogar im Weltall 😀

    12 Angry Men ist ein großartiger Film!

    Gefällt 1 Person

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