Zum Inhalt springen

Filme gesehen #144

Diese Woche mit The LEGO Batman Movie, The King’s Speech, Die Frau in Gold und Casablanca.

The LEGO Batman Movie (Chris McKay, USA 2017)
Es war abzusehen, dass der zweite große LEGO-Film nicht die Qualität des ersten erreichen würde – vor allem, da sich der Überraschungseffekt, der durch die nahezu perfekte Kombination aus Look, Humor, Figuren und Meta-Message zusammenkam, natürlich nicht nochmals einstellen konnte. Nichtsdestotrotz ist der LEGO Batman Movie ein wirklich starkes Stück und der wahrscheinlich intimste und reflexivste aller Batman-Filme geworden. Hier wird das Kunststück vollbracht, das große Dilemma des DC-Superhelden – Einzelgängerdasein vs. permanente Rettung der Stadt – mit viel, also enorm viel Witz aufzuarbeiten. Öfter als üblich musste ich hier wirklich laut auflauchen – trotz des fehlenden Kino-Publikums-Bonus. Und der Animationsstil ist ohnehin unantastbar. Ankreiden muss man dem LEGO Batman Movie allerdings, dass er es zu gut meint mit all seinen Anspielung, Querverweisen und Referenzen, weshalb man beinahe davon erschlagen wird. Ein bisschen weniger wäre hier mehr gewesen. Dennoch: Sehr gutes Ding, das in der Liste der besten Batman-Filme sehr weit oben anzusiedeln ist.
imdb / Trailer

The King’s Speech – Die Rede des Königs (The King’s Speech, Tom Hooper, UK/USA/AUS 2010)
Oft bringen ja Zweitsichtungen nach einigen Jahren ein ganz anderes Urteil über einen Film hervor – nicht so bei The King’s Speech, den ich nun sogar noch ein bisschen besser finde, als zu jener Zeit, als er seinen Oscar als bester Film (und weitere) bekommen hat. Das mag einerseits daran liegen, dass ich ihm nun im historischen Kontext noch besser einordnen konnte, andererseits daran, dass ich das grandiose Schauspiel der beiden Protagonisten Colin Firth und Geoffrey Rush noch besser genießen konnte. Ja, dieser Film lebt vom Können und Zusammenspiel dieser beiden großen Meister ihres Fachs und gipfelt in einem Finale, bei dem man kurzzeitig geneigt ist, aufzuspringen und zu applaudieren. Trotz einiger kleiner Längen ein richtig guter Film – nach wie vor.
imdb / Trailer

Die Frau in Gold (Woman in Gold, Simon Curtis, USA 2015)
Ebenfalls auf wahren Begebenheiten beruhend – und zudem noch im gleichen zeitlichen Kontext spielend – erzählt Die Frau in Gold von einer österreichischen Jüdin (Helen Mirren), die vor einigen Jahren um ihr Erbe kämpfte: Um die Gemälde, die ihrer Familie von den Nazis entrissen wurden, wieder zu bekommen, legte sie sich gleich mal mit dem gesamten österreichischen Staat an und erhält dabei die Unterstützung eines Anwalts mit ähnlichen Wurzeln (Ryan Reynolds) sowie eines Journalisten (Daniel Brühl). Trotz toller Leistung von allen Beteiligten will sich aber keine rechte Begeisterung einstellen: Politische Querelen und persönliche Traumata lassen das titelgebende Gemälde alsbald in den Hintergrund treten. Stattdessen dominiert ein überaus kritischer Blick auf die österreichische Gesellschaft, die den Einmarsch der Nationalsozialisten begrüßte und sich auch heute noch – zuletzt zu sehen an den Präsidentschaftswahlen – nicht genug von dieser Ideologie getrennt hat. Die Szenen, die in der Vergangenheit angesiedelt sind, zählen noch zum Besten. Die eigentliche Haupterzählung aber kommt bis zum Ende nicht wirklich in Fahrt. Kann man trotzdem machen.
imdb / Trailer

Casablanca (Michael Curtiz, USA 1942)
Klassiker – ebenfalls zum zweiten Mal gesehen. Und wenn man bereits weiß, dass es sich bei Casablanca nicht um eine klassische Hollywood-Romanze aus dem Goldenen Zeitalter der Traumfabrik, sondern einen sehr politischen Film handelt, in dem die Liebesgeschichte nur den Nebenstrang bildet, dann kann man diesem Film gleich viel besser folgen. Tatsächlich hat mir Casablanca diesmal deutlich besser gefallen, als noch vor einigen Jahren. Und das sowohl ästhetisch als auch narrativ. Vor allem aber fällt auf, dass der berühmteste Satz des Film stets falsch zitiert wird: „Ich schau dir in die Augen, Kleines“ statt „Schau mir in die Augen, Kleines“. Gut möglich, dass das aber auch nur an irgendeiner neuen Synchronfassung liegt… Egal, toller Film, aber nicht der Über-Klassiker, zu dem er oftmals hochstilisiert wird.
imdb / Trailer

5 Kommentare zu „Filme gesehen #144 Hinterlasse einen Kommentar

  1. Meine Ansichten zu „Die Frau in Gold“ sind ganz ähnlich! Trotz guter Schauspieler wollte der Funke nicht so recht überspringen….da fand ich die Mitverfolgung des echten Falls um einiges Spannender 😉

    Gefällt 1 Person

  2. „The King’s Speech“ hat mich nie so richtig begeistern können. Es ist ein guter Film, aber mich konnte er nicht abholen. Ich fand auch nicht unbedingt, dass er den Oscar für besten Film hätte gewinnen sollen.

    Gefällt 1 Person

    • Bevor ich ihn nochmal gesehen hab, dachte ich eigentlich auch, der sei ein wenig oberhyped. Habe jetzt auch nicht auf dem Schirm, was damals sonst noch nominiert war, über die Auszeichnung lässt sich streiten. Aber der Film konnte mich echt nochmal packen

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: