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Filme gesehen #150

Diese Woche mit Donnie Brasco, Immer Ärger mit Harry und Death Note.

Donnie Brasco (Mike Newell, USA 1997)
Johnny Depp und Al Pacino – zwei Namen, deren Prestige inzwischen ziemlich verblasst ist, die in den 90ern aber noch echte Kaliber waren. Entsprechend groß mag deshalb damals der Hype um Donnie Brasco gewesen sein, in dem die beiden die Hauptrollen übernehmen: Depp als Undercoveragent, der in New Yorks mafiöse Strukturen einsteigt; Pacino als Kleinganove, der ihn wie einen Ziehvater aufnimmt. Daraus entwickelt sich eine hochspannende Gangstergeschichte über Loyalität, Verrat und ethische Grundsätze: Kann man das Leid Unschuldiger zum Schutz der Undercover-Identität in Kauf nehmen? Immer wieder geht es um die Frage, welche moralische Gut überwiegt – und niemals fällt eine Antwort leicht. Das gelingt Donnie Brasco aber auch nur, weil einem Pacinos Figur so sehr ans Herz wächst: Der ewig Kleingehaltene, der die dreckigen Jobs erledigen muss und dessen Hoffnung auf ein besseres Leben just zerschlagen wird, als sie greifbar ist.
imdb / Trailer
Immer Ärger mit Harry (The Trouble with Harry, Alfred Hitchcock, USA 1955)
Man höre und staune: Hitchcock konnte auch schwarze Komödien. Denn Immer Ärger mit Harry präsentiert nicht nur die wohl hübschesten Socken der Filmgeschichte, es ist auch der witzigste, mir bis dato bekannte Film des Altmeisters. Sein großes erzählerisches Motiv – Schuld – ist auch diesmal präsent: Ein Hobby-Jäger findet im Wald einen toten Mann und glaubt zunächst, ihn unabsichtlich erschossen zu haben. Doch anstatt sich um die Leiche zu kümmern, schlagen sich die Bewohner des Örtchens – unter anderem ein maßlos von sich überzeugter Künstler – mit ihren belanglosen Alltags- und Beziehungsproblemen herum. Die Verantwortung wird im Kreis herumgereicht, der Körper drei mal ein- und wieder ausgebuddelt. Ja, es ist verdammt unterhaltsam, diesen sympathischen Vollidioten bei ihrem Handwerk zuzusehen. zwar Diesmal ohne den typischen Hitchcock-Suspense, dafür mit viel makabrem Humor.
imdb / Trailer

Death Note (Adam Wingard, USA 2017)
Mehr als eine Folge der viel gelobten Anime-Serie Death Note konnte ich wegen der Opfer-Mentalität seines Protagonisten nicht ertragen: Wer permanent im dunklen Kämmerlein hockt und über all die bösen und schlechten Menschen da draußen jammert, ist niemand, dem ich gerne zuschaue. Die Netflix-Verfilmung macht da wenig anders, packt das Ganze jedoch weniger „japanisch“, sprich: überdramatisiert an. Worum geht’s? Einem Schüler fällt ein mysteriöses Buch in die Hände und jeder, dessen Name hinein geschrieben wird, stirbt. Das bereitet natürlich fruchtbaren Boden für zahlreiche moralische Fragen, die der Film auch allesamt anschneidet, dabei aber seine Figuren ganz schön vernachlässigt, weshalb man sie allesamt in die Schublade „eindimensionale Klischees“ packen kann. Der Hauptdarsteller macht seinen Job solide, sieht mit seiner Frisur aber derart Panne aus, dass ich ihn zu keiner Zeit ernst nehmen kann. Am Ende überwirft sich Death Note zudem mit einem Twist, der viel zu schlau sein will. Bis dahin aber macht der Film dank guter Iszenierung zumindest einen soliden Job und Lust auf die Serie, die ich mir nun vielleicht doch nochmal anschauen werde.
imdb / Trailer

7 Kommentare zu „Filme gesehen #150 Hinterlasse einen Kommentar

  1. Die Serie lohnt sich.
    Und ich mag die erste Verfilmung von vor x-Jahren (ich glaube 10 oder so). Damals kamen auch gleich zwei Filme raus. Also, wenn du Death Note gucken willst, dann empfehle ich dir die beiden (oder sind es inzwischen drei?) alten Filme.

    Gefällt 1 Person

  2. Die Anime-Serie ist sehr nah am Manga und den hat bis jetzt kein Film so richtig originalgetreu abgebildet, was ein Jammer ist. Da ist ein richtig gutes Detektiv-Katz-und-Maus-Spiel an der Tagesordnung, auch wenn die Charaktere etwas überzeichnet sind. Das hat der Film einfach aus Ideenlosigkeit rausgelassen und lieber ein bisschen gore reingemischt …

    Gefällt 1 Person

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