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Filme gesehen #154

Diese Woche mit Man lernt nie aus, Jackie und dem Original sowie dem Remake von The Evil Dead.

Man lernt nie aus (The Intern, Nancy Meyers, USA 2015)
Es ist ja Konsens, dass Robert De Niro seine (um es nett zu sagen) besten Zeiten lange hinter sich hat. 2015 konnte er aber immerhin noch mal abliefern, denn seine Leistung in Man lernt nie aus ist mehr als akzeptabel. Da mimt er einen alten Witwer, der unbedingt Beschäftigung sucht und deshalb ein Seniorenpraktikum bei einem erfolgreichen Mode-Start-Up unter Führung einer arbeitswütigen, dezent neurotischen Anne Hathaway beginnt. Es entwickelt sich eine Generation-Clash-Story, die man in dieser Art zwar schon dutzendfach gesehen hat, die aber durchaus ihren Charme hat und ebenso viel Humor wie Drama zu bieten hat. Okay, vielleicht ein wenig zviel Drama, denn in der finalen halben Stunde drückt Man lernt nie aus arg auf die Tränendrüse – das kann man aber aushalten. Davor wird jedoch Konflikt alter und neuer Werte hinsichtlich des gesellschaftlichen Männer- und Frauenbildes schön herausgearbeitet. Ein im besten Sinne netter Sonntag-Nachmittags-Film.
imdb / Trailer
Jackie: Die First Lady (Jackie, Pablo Larrain, USA/CHL/FRA 2016)
Drei Oscarnominierungen, aber keine -auszeichnungen gab es in diesem Jahr für das Biopic über die Witwe von US-Präsident J.F. Kennedy – worüber sich durchaus streiten ließe. Denn sowohl Natalie Portman als auch der Soundtrack hätten durchaus eine Auszeichnung verdient. Erstere leidet, wütet und schreit sich durch eine Handlung, die sehr zerstückelt, aber nicht weniger ansprechend daherkommt. Letzterer beeindruckt durch unkonventionelle, verstörende Klänge. Hinzu kommt ein Ästhetik, die sehr an Stanley Kubrick erinnert. So entsteht das Porträt einer höchst ambivalenten Persönlichkeit: Ein Opfer, das sich in seiner Opferrolle sehr wohlgefühlt zu haben scheint. Man braucht zwar ein wenig Durchhaltevermögen und eine Vorliebe für subtiles Erzählen – dann aber kann Jackie zu einem beeindruckenden Film werden.
imdb / Trailer
Tanz der Teufel (The Evil Dead, Sam Raimi, USA 1981)
Der viel gelobte und hierzulande lange beschlagnahmte Horror-Klassiker lockt heute natürlich kaum mehr als ein müdes Lächeln hervor. Fünf Jugendliche machen Urlaub in einer abgelegenen Hütte im Wald (tolle Idee) und werden von einem Dämon terrorisiert, der sie alle nacheinander zur Strecke bringt. Angst oder Panik erzeugt das heute nicht mehr, dafür disqualifizieren allein die Kostüme und Masken (damals war das aber bestimmt alles ganz schrecklich). Und dass hier vornehmlich die Frauen Opfer der Gewalt werden, ist schon arg fragwürdig. Dennoch: Tanz der Teufel hat diesen gewissen Independent-/DIY-Charme und allein schon wegen einer technischen Errungenschaft seinen Platz in der Filmgeschichte sicher. Denn wie man lesen kann, feierte hier die Shaky Cam ihre Premiere. Und wenn es einen überzeugenden Aspekt an Tanz der Teufel gibt, dann ist das seine Kameraarbeit.
imdb / Trailer

Evil Dead (Fede Alvarez, USA 2013)
Gleich noch das Remake hinterher. Da trifft einen schon der Schock, wenn man die Unterschiede sieht und bedenkt, dass zwischen den beiden Filmen „lediglich“ 30 Jahre liegen… Die große Frage ist jedoch: besser oder schlechter? Und die fällt ganz leicht zugunsten „Besser“ aus. Klar, billige Jump Scares sind nun an der Tagesordnung, die inhaltlichen Änderungen geben der Geschichte allerdings eine neue Ausrichtung, die inhaltlich und ästhetisch durchaus sehenswert ist (Evil Dead führt meines Wissens noch immer die Liste der Filme mit der höchsten Menge an Kunstblut an). Am Ende artet die Gewalt zwar vollkommen aus und schlägt ins plakativ-komödiantische über – kann man aber machen. Wie bei der Vorlage gilt auch hier: sehenswertes Zeitdokument, aber kein Film für die Ewigkeit.
imdb / Trailer

7 Kommentare zu „Filme gesehen #154 Hinterlasse einen Kommentar

  1. Jackie war großartig! Die Szne in der Airforce One direkt nach dem Attentat gibtt Jackies völlige Isolation und die Unwirklichkeitt des Moments perfektt wieder. Natalie Portman gibt ihre beste Vorstellung (oder Vorstellungen) und John Hurt bekommt eine würdige lettzte Rolle. Neulich beim zweiten Ansehen gefiel er mir sogar noch besser.

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