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Filme gesehen #156

Die Woche mit Ip Man 2, Face/Off – Im Körper des Feindes und Foxcatcher.

Ip Man 2 (Yip Man 2, Wilson Yip, CHN 2010)
Nachdem Teil eins eine tolle Mischung aus Martial Arts Film und Historiendrama war, geht die Fortsetzung den exakt selben Weg. Der Wing-Chun-Meister Ip Man landet nach einer Schussverletzung im Hong Kong der Nachkriegszeit und wird dort mit einem Problem konfrontiert, für das es zunächst keinen Ausweg zu geben scheint: Armut. Also eröffnet er eine Kampfsportschule. Es kommt zum Konflikt mit den anderen Meistern der Stadt und später mit den Kolonialherren aus England, was in einem Kampf gegen einen Boxer von Weltrang gipfelt. Obwohl die Handlung pathetisch und Figuren ziemlich flach sind, ist Ip Man 2 abermals eine mitreißende Geschichte über eine Gesellschaft, die unter Rassismus, Unterdrückung und bitterer Armut leidet. Das Herzstück aber ist natürlich die Action. Die ist etwas zerschnittener als im Erstling, trotzdem immer noch höchst beeindruckend. Jeder Kampf macht Spaß, hat Wucht, Stil und weckt im Zuschauer den unbedingten Drang, jetzt endlich mal Wing Chun zu lernen. Schönes Ding.
imdb / Trailer

Im Körper des Feindes (Face/Off, John Woo, USA 1997)
Asia-Action-Großmeister John Woo wird ja nachgesagt, dass sein Gang nach Hollywood keine so dolle Idee war. Zumindest mit Face/Off konnte er aber nochmal ein echtes Brett abliefern. Polizist (John Travolta) jagt Gauner (Nicolas Cage), schnappt ihn, braucht aber Informationen über einen Sprengsatz, den er irgendwo in Los Angeles platziert hat. Die logische Konsequenz: Per Operation werden die Gesichter der beiden getauscht, damit der Bruder des Übeltäters die wichtigen Infos ausplaudert. Geht natürlich schief. Und ist hochgradiger Schwachsinn. Aber: Inszenatorisch ist das Ding super. Mr. Cage darf mal wieder so richtig abdrehen, was allerdings perfekt zur Figur passt. Und bei den Feuergefechten kann Woo sämtliche Waffen-Ballett-Skills auspacken. Ein Film, den von der ersten bis zur letzten Minute mitreißt, ab und an ein bisschen trashig wird, sich aber allein wegen einer großartigen Szene mit einem Spiegel lohnt.
imdb / Trailer

Foxcatcher (Bennett Miller, USA 2014)
Und noch so’n starkes Stück – allerdings eines, bei dem es deutlich ruhiger und subtiler zugeht. Foxcatcher erzählt die Geschichte zweier Brüder, die Olympisches Gold im Ringen errungen [pah!] haben. Der Große ein erfolgreicher Familienmensch (Mark Ruffalo), der Kleine ein tumber Einzelgänger (Channing Tatum), der aus dem Schatten seines Bruders treten will. Dafür schließt er sich dem Team eines steinreichen Mäzens (Steve Carell) an. Ein Film, der von den Figuren und ihrer komplexen/komplizierten Dreiecksbeziehung getragen wird und dem die Darsteller vollends gerecht werden. Ein Film, der ebenso von unerfüllten Träumen wie vom unbedingten Willen, sie zu erreichen, sowie von mal blankem, mal unterschwelligem Neid handelt. Ein Film, der vor allem über seine Bilder und Gleichnisse erzählt und mit einem Knall endet. Aber auch ein Film, der gelegentlich zu langatmig ist.
imdb / Trailer

5 Kommentare zu „Filme gesehen #156 Hinterlasse einen Kommentar

  1. Foxcatcher hat mich auch ziemlich umgehauen. Das kam unerwartet, denn ich kannte die Geschichte der Charaktere nicht und wusste deswegen auch nichts von dem krassen Ende. Da blieb für mich immer die Frage „Mensch, warum war der so oft für Filmpreise nominiert und warum reden alle über den?“ War dann doch berechtigt.

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