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Filme gesehen #158

Diese Woche mit The Babysitter, Brügge sehen… und sterben? und Das Königreich der Katzen.

The Babysitter (McG, USA 2017)
Halloween naht. Und was würde besser zum Fest der Horrorklischees passen als ein Film, der einzig aus jenen Horrorklischees besteht? The Babysitter ist deshalb ziemlich gutes Futter für die kommenden Tage. Hier wird ein junger, verängstigter und verhätschelter Teenager von seiner übersexualisierten Babysitterin in eine blutige Gewaltorgie hineingezogen. Die feiert, während ihr Schützling im Bett liegt, mit ihren Klischeefreunden eine Klischeeparty, der immer mehr Klischees folgen. Trotzdem ist das Ergebnis überraschend gut. Denn zum einen beweist der Regisseur, der sich schlicht McG nennt, ein gutes Auge für unfassbar interessante und kreative Bilder. Zum anderen werden die Zuschauererwartungen immer wieder unterwandert. Das passiert vor allem dann, wenn die Hauptfigur eigentlich ihre Heldenmomente haben sollte – und sorgt deshalb für ein paar ordentliche Lacher. Ernst nehmen darf man diesen Film natürlich nicht, ebenso sollte man resistent gegenüber Logikfehlern sein (der Junge hat dutzendfach die Gelegenheit wegzulaufen, tut es aber einfach nicht). Sicherlich wird dieses Werk nicht jedem gefallen: The Babysitter ist einer dieser Hate-it-or-like-it-Film. Allerdings muss ich zugeben, dass ich in diesem Fall ganz klar der „Like it“-Fraktion angehöre.
imdb / Trailer

Brügge sehen… und sterben? (In Bruges, Martin McDormand, UK 2008)
Martin McDonagh hat echt was drauf. Zwar ist das Ergebnis nicht immer völlig zufriedenstellend (zuletzt gesehen bei Three Billboards outside Ebbing, Missouri), aber zumindest mit seinem ersten Film Brügge sehen…und sterben? hat er ein echtes Brett abgeliefert. Da verschlägt es zwei britische Auftragskiller (Colin Farrell und Brendan Gleeson) nach einer vermasselten Mission in die belgische Kleinstadt Brügge. Anfangs erahnt man allerdings noch nicht, welche absurden Situationen aus dieser Prämisse entstehen. Stichwort: Kokain-Party mit Prostituierten und einem Kleinwüchsigen. Schon bei seinem Debüt gelingt McDonagh eine ideale Balance aus schwarzer Komödie und Drama: Brügge sehen… und sterben? bringt den Zuschauer gleichermaßen zum Lachen wie zum schockierten Luftholen. Und ist darüber hinaus eine bewegende Geschichte über Loyalität, Reue und Freundschaft. Was er Three Billboards jedoch voraus hat: Am Ende laufen wirklich alle Erzählstränge zu einem großen Ganzen zusammen.
imdb / Trailer

Das Königreich der Katzen (Neko no Ongaeshi, Hiroyuki Morita, JPN 2002)
Das ist mal wirklich was Besonderes im Ghibli-Universum: Wo sonst jeder Film für sich stand, ist Das Königreich der Katzen eine waschechte Meta-Erzählung. Im großartigen Stimme des Herzens nämlich schrieb die Hauptfigur noch eine Geschichte über ein Mädchen, das im Land der Felinen landet. Dies ist nun die Verfilmung dieser Geschichte. Und abermals eine gelungene. Quasi die Ghibli-Version von Der Zauberer von Oz plus Alice im Wunderland. Ein farbenfrohes, unterhaltsames und mit 75 Minuten Laufzeit auch knackig erzähltes Märchen über Identität und das Streben nach Glück. Das Königreich der Katzen mag weder der kreativste noch der berührendste Film der legendären Anime-Schmiede sein – aber dennoch ein sehr guter. Und vor allem ein schön witziger.
imdb / Trailer

3 Kommentare zu „Filme gesehen #158 Hinterlasse einen Kommentar

  1. Puh, jetzt dachte ich schon ich müsste In Bruges verteidigen. Aber zum Glück lobst du ihn ja als das was er quasi ist: einer der besten Filme der letzten 10 Jahre! Diese Musik! Gott… dieser schrullige, menschliche Humor, diese unglaubliche Tragik. Ich liebe diesen Film. Mir ist über die Jahre nur eine Sache eingefallen, die In Bruges zum absolut perfekten Film machen würde: wenn Peter Dinklage den Gnom spielen würde.

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