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Filme gesehen #166

Diese Woche mit Bad Moms, The Grey- Unter Wölfen und Source Code.

Bad Moms (Jon Lucas/Scott Moore, USA 2016)
Der Film für alle gestressten Mütter: Mila Kunis spielt in Bad Moms eine eben solche und schließt sich mit zwei Leidensgenossinnen zusammen, um den Club der schlechten Mütter zu bilden, der fortan saufend und randalierend durch die Straßen zieht. Dazu wird der Stress mit den wahlweise unfähigen, betrügerischen oder herrschsüchtigen Ehemännern ausgetragen. Ohnehin sind in diesem Film – bis auf den einen über-attraktiven Witwer – alle männlichen Personen entweder Versager oder Idioten oder einfach nur Arschlöcher. Beim Bechdel-Test kackt Bad Moms schon mal derbe ab, aber genau das geschieht eben, wenn Männer die Regie in einem Film über und für Frauen übernehmen… Nun aber Butter bei die Fische: Taugt Bad Moms irgendwas? Kurze Antwort: Nein. Wegen der fünf halbherzigen Pointen braucht man sich diesen Film wahrlich nicht zu anzutun, auch nicht wegen der Klischee-Parade oder den pseudo-moralischen Plattitüden, die in der zweiten Hälfte abgefeuert werden. Das schlimmste jedoch: Bad Moms tut so, als würde er Position für alle Mütter ergreifen, bedient mit seinen unglaubwürdigen Klischees und Plattitüden aber exakt jene anti-feministischen Konventionen, die wir aus tausend anderen Hollywood-Produktionen kennen, weshalb man ihn auf dieser Ebene einfach nicht ernst nehmen kann. Das will er als Komödie wahrscheinlich auch gar nicht – dafür jedoch ist er wiederum nicht witzig genug.
imdb / Trailer

The Grey – Unter Wölfen (The Grey, Joe Carnahan, USA 2011)
Der große böse Wolf: Stets auf der Jagd nach Menschenfleisch, eine Bestie im grau-schwarzen Gewand, messerscharfe Zähne, die nur darauf warten, die nächste Kehle zu zerfleischen. Dieses Märchen bildet zwar nicht die grundsätzlichste Idee von The Grey, spielt darin aber eine gewichtige Rolle: Acht Männer überleben einen Flugzeugabsturz irgendwo im verschneiten Norden der USA und müssen es – von Wölfen gejagt und von Stürmen geplagt – in die Zivilisation zurück schaffen. Mit dabei: Action-Altmeister und Überlebenskünstler Liam Neeson, der die Truppe über karge Felder, durch dichte Wälder und an bedrohlich steilen Klippen hinab führt. Die besten Momente sind dabei die, in denen sich die Männer am Lagerfeuer versammeln, Geschichten und Sehnsüchte austauschen, bevor sie – nach dem „Zehn kleine Jägermeister“-Prinzip – der Reihe nach fallen. Und tatsächlich stimmen dabei sowohl Spannung und Atmosphäre als auch charakterliche Tiefe. Okay, ausgerechnet Neesons Figur hat mit einer ziemlich unnötigen und nichtssagenden Hintergrundgeschichte zu kämpfen und der offenkundige Hass, den die Wildhunde gegenüber den Menschen verspüren, ist schlicht haarsträubend unglaubwürdig. Dass The Grey aber alles andere als zimperlich mit seinen Protagonisten umgeht, muss man ihm zumindest ein wenig anrechnen. Und auch den Flugzeugabsturz, den er wahnsinnig gut inszeniert. Durchaus empfehlenswert.
imdb / Trailer

Source Code (Duncan Jones, USA 2011)
Ein Mann erwacht in einem Zug, weiß nicht, wo und wieso er plötzlich hier ist, nur dass er Soldat ist, und irrt herum – bis der Zug explodiert. Willkommen im Source Code, eine Simulation, die es mittels Quanten-Technik möglich macht, aus der Erinnerung von Toten eine Simulation zu erstellen, die bei der Aufklärung von Verbrechen helfen soll. Eine reichlich aus der Luft gegriffene Prämisse ist das – und zumindest für mich auch keine neue: In Call of Duty: Black Ops 3 haben sich die Entwickler bereits recht dreist an dieser Idee bedient. Aber mal abseits der Idee: Macht Source Code irgendwas her? Nur bedingt. Denn Spannung will – trotz (oder gerade aufgrund) des ziemlich krampfhaft dahergeschriebenen Konflikts zwischen Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal und der Leiterin der virtuellen Mission – nicht aufkommen. Ganz im Gegenteil: Source Code läuft nicht einmal eineinhalb Stunden und dennoch war über weite Strecken arg gelangweilt, was – Überraschung – vor allem an der Prämisse lag. Auch gelingt es ihm nicht, all die philosophischen Ansätze, die er mit alternativen Dimensionen und dem späten Altruismus seines Protagonisten anschneidet, über reine Oberflächlichkeit hinaus zu kommen. Schade, denn so geht eine ganze Menge Potential flöten.
imdb / Trailer

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2 Kommentare zu „Filme gesehen #166 Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ich fand bei Source Code ja das Ende sogar noch am schlimmsten…
    Achtung Spoiler!!!

    Immerhin bleibt er da im Körper des anderen Mannes zurück und per sofort dachte ich mir „Okay, und was ist jetzt mit dem Kerl dem der Körper eigentlich gehört?“ Außerdem würde ich auch keinen Weg finden, selbst wenn ich die Prämisse des Film akzeptiere, wie das möglich sein sollte indem in der anderen Realität jemand den Stecker zieht!?

    Gefällt 1 Person

    • Soweit ich das verstanden geht, hat er damit eine alternative Realität erschaffen, in der er fortan – zumindest mit seinem Geist – leben wird. Das mag ein schönes Happy End abgeben, macht aber keinen Sinn, weil es ja nur eine Simulation ist… Und die Erklärung „Quantenmechanik kann alles“ lasse ich da auch nicht gelten ^^

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