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Filme gesehen #177

Diese Woche mit Carrie, Es und Half Baked.

Carrie – Des Satans jüngste Tochter (Carrie, Brian De Palma, USA 1976)
Stephen Kings Erstlingswerk verfilmt von Brian De Palma – das muss doch großartig werden, richtig? Ist es auch geworden: Die Titelheldin – eine Einzelgängerin, ein Sonderling, verspottet von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern und daheim gequält von ihrer streng religiösen Mutter – durchlebt hier eine höchst tragische Geschichte, die mit all ihren (vor allem religiösen) Symbolismen die deutliche Handschrift ihres Autors trägt. Der erzählerische Ton schwankt dabei zwischen Horror, Tragik und College-Komödie, was man dem Film zwar als Schwäche anlasten könnte, für mich aber bestens zum schulischen Milieu passt, in dem Carrie spielt – in der Pubertät treffen nun mal zahlreiche verschiedene Emotionen aufeinander. Was Carrie aber zu einem wirklich großartigen Film macht, ist die enorme emotionale Fallhöhe, die er aufbaut, nur um dann größtmögliches Verderben auf sämtliche Figuren hinab regnen zu lassen – inklusive eines superben Finales, das einen mehr als nur ein wenig schlucken lässt.
imdb / Trailer

Es (It, Andrés Muschietti, USA 2017)
Nochmal Stephen King. Und auch beim dritten Mal macht die Neuauflage von Es – einigen zufolge der prototypische King-Roman – einen enorm guten Job, nicht nur als Horrorfilm, sondern auch als Film selbst. Die Chemie der großartigen Kinderdarsteller, die authentische Spät-80er-Atmosphäre und allem voran Bill Skarsgard, dessen Interpretation von Pennywise stets besser und furchteinflößender wird – Stichwort: Kühlschrank. Ja, da ist der ein oder andere Jumpscare überflüssig und allesamt sind sie vorhersehbar. Aber meine Fresse, diese Kameraführung ist schlicht der Wahnsinn und fängt eben jenen auf bestmögliche Art und Weise ein. Je öfter ich Es sehe, desto zuversichtlicher bin ich, dass Regisseur Muschietti auch den zweiten Teil – trotz Schwächen der Vorlage – rocken wird.
imdb / Trailer

Half Baked – Völlig high und durchgeknallt (Half Bakes, Tamra Davis, USA 1998)
Muss man beim Ansehen von Kifferkomödien high sein, um sie gut zu finden? Nicht unbedingt. Auch wenn das solch solide, aber keinesfalls herausragende Filme wie How High, Friday und nun eben auch Half Baked zumindest ein wenig besser macht. Letzterer dreht sich um ein kiffendes Männerquartett, das ein Mitglied an die Justiz verliert und deshalb in den Marihuanahandel einsteigt, um die Kaution zahlen zu können. So weit, so simpel. Die größte Qualität von Half Baked ist zweifellos Posterboy Dave Chapelle, der sich nebenbei auf eine Romanze einlässt, die das mit diesen Drogen alles andere als cool findet, was dann auch das einzige ist, was in diesem Film so etwas wie einen Konflikt bildet. Der Rest ist leichte humoristische Kost, gut bekömmlich, kein bisschen anspruchsvoll, teilweise auch wenig peinlich, dank einer Laufzeit von gerade mal 80 Minuten aber angenehm kurzweilig. Die katastrophalen Greenscreen-Aufnahmen, die konstante Klischee-Parade und alle anderen Schwächen verzeiht man dem Film aufgrund seines DIY-Charmes gerne: Da hatten ein paar Jungs einfach Bock auf einen unterhaltsamen Film – und haben damit Erfolg gehabt.
imdb / Trailer

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