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Filme gesehen #189

Diese Woche mit Your Name, Transformers: The Last Knight und Pitch Perfect 3.

Your Name. – Gestern, heute und für immer. (Kimi no Na wa, Makoto Shinkai, JPN 2016)
Bei einer solch komplexen Liebesgeschichte, wie sie der Anime Your Name erzählt, war eine zweite Sichtung einfach Pflicht. Und wie erwartet, kam die Handlung um zwei japanische Teenager, die regelmäßig ihre Körper tauschen und schließlich einander in den Weiten des Landes suchen, diesmal noch besser zur Geltung, da man all die Motive um Zeit, Raum und Liebe, die hier zu einer metaphysischen Masse verschmolzen werden, besser durchblicken kann. Zwar muss man sich zunächst durch diesen dicken Batzen japanischer Mythologie graben, dann aber entfaltet Your Name ein Bedeutungspotential, das im Vergleich zu westlichen Liebesfilmen seinesgleichen sucht. Selten habe ich erlebt, wie eine simple Romanze derart vielschichtig zu zugleich berührend in einen Film übersetzt wurde. Und vor allem, wie schön das alles sein kann. An meiner Behauptung, die ich zu Beginn des Jahres aufstellte, dass Your Name nämlich der visuell schönste Film aller Zeiten sei, habe ich nun keinerlei Zweifel mehr. Allein deshalb ist dieser Anime über alle Maßen sehenswert.
imdb / Trailer

Transformers: The Last Knight (Michael Bay, USA 2017)
Und hier haben wir das komplette Gegenteil davon. Michael Bay erliegt ein weiteres Mal seinem hirn- und seelenlosen Bilderrausch und liefert mit dem fünften Part der Transformers-Reihe ein filmisches Monstrum ab, das keinerlei Stil und Maß zu kennen scheint. Die Handlung ist eine wirre Ansammlung unfassbar dummer Elemente („Die Uhr, die Hitler getötet hat“), führt den Zuschauer kurz zurück ins Mittelalter sowie in den zweiten Weltkrieg und jagt Mark Wahlberg anschließend um die halbe Welt auf eine Suche nach irgendwelchen Artefakten, die den Weltuntergang verhindern sollen. Dabei hat der Zuschauer nicht nur mit strunzdummen Dialogen, krampfhafter Komik, nervigen und eindimensionalen Figuren zu kämpfen, sondern auch mit zahllosen Anschlussfehlern, die die inhaltliche Inkohärenz dieses Machwerks wenigstens auch formal widerspiegeln. Das Schlimmste dabei: Selbst die Action – der einzige Grund, warum man sich diesen Mist antun könnte – kommt viel zu kurz. Eine Schande, dass sich sogar Anthony Hopkins für einen Schwachsinn nicht mehr zu schade ist… Transformers: The Last Knight ist in jeder Hinsicht ein Fehlschlag und hoffentlich der letzte Ableger einer Reihe, die bereits mindestens drei Filme zu viel hervor gebracht hat.
imdb / Trailer

Pitch Perfect 3 (Trish Sie, USA 2017)
Der dritte und letzte Teil um eine A-Capella-Gruppe angeführt von Anna Kendrick führt die Band auf eine Tour im Mittelmeer-Raum, wo sie um die Gunst von DJ Khaled buhlen wollen. Mal davon abgesehen, dass ich nicht verstehe, warum diesem überbewerteten Mainstream-Dudelonkel hier gehuldigt wird, als wäre er ein musikalischer Gott (wahrscheinlich war er der einzige halbwegs große Name, der sich für diesen Quatsch nicht zu schade war), hat Pitch Perfect 3 ein ganz gewaltiges Problem: Anstatt die durchaus interessante und hörenswerte A-Capella-Musik in der Mittelpunkt zu stellen, versucht sich dieser Film an einer mehrschichtigen Story, die darin mündet, dass die Mädels von Mafiosis entführt werden und infolgedessen eine Yacht in die Luft jagen. Das ist einfach nur platt, berechenbar und dröge und tut dem Film damit alles andere als gut. Der unflätig-infantile Humor ließe sich ja noch halbwegs verschmerzen. In Summe wirkt Pitch Perfect 3 jedoch wie ein Film, der nur aufgrund bestehender Vertragsverhältnisse produziert wurde – und nicht, weil die Beteiligten darauf Lust hatten.
imdb / Trailer

13 Kommentare zu „Filme gesehen #189 Hinterlasse einen Kommentar

  1. Kann dir bei allen Filmen nur zustimmen…Your Name ist ein Meisterwerk, Transformers 5 war sogar auf Platz 1 meiner Liste der schlechtesten Filme 2017 und Pitch Perfect 3 schien zu vergessen warum Leute die ersten beiden Filme mögen und hat hier eine hanebüchene Story sondergleichen abgeliefert

    Gefällt 1 Person

    • Hmm… ist vielleicht nicht der beste Einstieg in das Genre. Da würde ich doch eher Chihiro empfehlen. Der hat sogar meinen Eltern gefallen, obwohl die nix mit Zeichentrick anfangen können

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