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Tschick

Fatih Akin, DEU 2016

Dem kürzlich besprochenen Kings of Summer folgt sogleich das nächste Coming-of-Age-Sommerdrama, das diesmal jedoch aus deutschen Landen stammt. Dass das mal so gar nicht prätentiös oder peinlich ausfallen muss, beweist Regisseur Fatih Akin hier mit größter Souveränität. Tschick handelt vom schüchternen Maik (Tristan Göbel), dessen Mutter wegen ihres Alkoholismus den Sommer über in der Entzugsklinik verbringt, während sein Vater mit der viel zu jungen Assistentin eine zweiwöchige „Geschäftsreise“ unternimmt. Der in der Schule als Psycho verschriene Maik schließt sich also mit dem als Assi verschrienen Tschick (Anand Batbileg Chuluunbaatarzusammen und geht auf einen Roadtrip Richtung Walachei.

Weit kommen sie mit ihrem geklauten, uralten Lada natürlich nicht. Ihre Erlebnisse sind deswegen aber nicht minder unterhaltsam. Sie begegnen „Adel auf dem Radel“, einem verwahrlosten Mädchen, das nach Prag will, werden von der Polizei verfolgt und, und, und. Wie schon Kings of Summer ist auch dieser Film die Verkörperung von Unbeschwertheit, weil vermeintliche Probleme mit einer Lockerheit angegangen werden, als wären sie nur kleine Steinchen, über die man hüpfen müsste. Exemplarisch dafür steht das Alkoholproblem der Mutter: Was den Protagonisten eines anderen Films irgendwann in Tränen hätte ausbrechen lassen, wird in Tschick mit einer Normalität behandelt, die zunächst schockiert.

Am Schluss überwiegt jedoch die Erkenntnis, dass dieser Junge seine Mama trotzdem genauso liebt wie sie ihn. So, wie es auch in jeder anderen Familie wäre. Was ebenfalls auffällt: In Tschick sind die Sprache der Jugendlichen, ihr Musikgeschmack und ihre Kleidungsstil tatsächlich mal authentisch. Ein Film, der viel Spaß macht, auch wenn er wenig Substantielles zu bieten hat. Muss er aber auch gar nicht.

imdb / Trailer

2 Kommentare zu „Tschick Hinterlasse einen Kommentar

    • Leider nicht gelesen – ich nehme mir leider viel zu wenig Zeit für Literatur und die investiere ich dann eher in Klassiker. Aber gut zu hören, dass der Film auch Kennern der Vorlage zusagt. Das ist ja immer ein gutes Zeichen 🙂

      Gefällt 1 Person

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