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Meine Flop 5 Filme 2018

Eigentlich macht man das ja nicht: Nochmal nachtreten, wenn jemand schon am Boden liegt. Dennoch will ich euch in diesem Jahr wieder meine fünf größten Kinoenttäuschungen präsentieren.

Auswahl und Ranking sind selbstverständlich absolut subjektiv und unabhängig von den Bewertungen, die ich zuvor verteilt habe. Entscheidend war stattdessen, wie negativ mein Eindruck im Hinblick auf meine Erwartungen, den kommerziellen Erfolg des Films und die Resonanz anderer war. Machen wir’s kurz und schmerzlos:

Platz 5: Suspiria

Es hieß, Quentin Tarantino habe geweint, nachdem er diesen Film gesehen hatte. Dass hinter dieser PR-Phrase kein konkretes Versprechen, sondern alles mögliche stecken kann, (Zwischen den Filmen, die Tarantino macht und denen, die er gern schaut, gibt es große Unterschiede), zeigt mein ernüchternden Kinobesuch von Suspiria. Nun halte ich schon das Original nicht gerade für ein Meisterwerk, bestenfalls für ein interessantes formales Experiment. Zwar emanzipiert sich Luca Guadagninos eigenwillige Neuauflage recht stark von der Vorlage. Doch das Ergebnis zerfällt am Ende zu einer kruden Mischung aus Blutrausch und inhaltsleerem Symbolismus. Da nutzt auch der starke Einstieg nichts.

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Platz 4: Jurassic World: Das gefallene Königreich

Schade, dass J.A. Bayona ein derart mieses Drehbuch serviert bekommen hat. Der Regisseur macht seinen Job nämlich durchaus gut und inszeniert Jurassic World 2 solide durch. Die Story allerdings ist schlicht eine Katastrophe, pendelt permanent zwischen uninspiriert, schwachsinnig und klischeehaft umher. Es ist schon eine reife Leistung, derart wenig Empathie für die menschlichen Figuren zu wecken.

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Platz 3: Black Panther

Es ist bedauerlich, dass ein Film, der eine derartige politische Wirkmacht hat (der erste Superheldenfilm mit einem überwiegend schwarzen Cast), so viele Probleme hat. Spezialeffekte und Actioninszenierung sind stellenweise wirklich mies. Der eigentlich so interessante Schauplatz Wakanda verkommt zu einer Ansammlung einer Handvoll Kulissen, von denen keine das wirkliche Leben zeigt. Der bessere der beiden Bösewichte wird viel zu früh aus der Story gestrichen. Und Spannung: Fehlanzeige.

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Platz 2: Pacific Rim Uprising

Als riesiger Fan von Guillermo del Toros Pacific Rim war ich von der viel zu späten Fortsetzung umso enttäuschter. War der Erstling noch ein grimmiger und großartig inszenierter Kaiju-Film in Hollywood-Blockbuster-Größe, ist der zweite Teil ein Power-Rangers-Film: Ein wilder Haufen Teenies wirft sich dumme Sprüche an den Kopf und liefert sich schwach animierte Kämpfe mit übergroßen Monstern. Schmerzlich vermisste ich sowohl die Trägheit der Action als auch die Ernsthaftigkeit, mit der Teil eins glänzte. Der war noch ein Film – das hier ist nur Werbung für Spielzeug.

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Platz 1: Call me by your Name

Luca Guadagnino hat in diesem Jahr gleich einen Doppelschlag gelandet. Einige wissen eventuell schon, dass ich meine vollkommene Aversion gegen Call me by your Name zu jeder erdenklichen Gelegenheit kundtue. Was diesen Film von den anderen auf dieser Liste unterscheidet: Ich verstehe nicht, was irgendjemand daran gut finden könnte. Jeder Diavortrag des letzten Sommerurlaubs ist spannender als diese konfliktbefreite, träge Ansammlung unbeeindruckender Bilder und Szenen. Eine Frechheit, dass es dafür sogar einen Oscar gab.

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Bilder:
Header: (c) Christian Neffe
Platz 5: (c) Amazon Studios/ Koch Films /capelight pictures
Platz 4: (c) Universal
Platz 3: (c) Walt Disney Studios
Platz 2: (c) Universal
Platz 1: (c) Sony Pictures Classic

Kategorien

Allgemein, Worst of

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20 Kommentare zu „Meine Flop 5 Filme 2018 Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ich hab nur einen der Flop-Filme gesehen, also irgendwas habe ich wohl richtig gemacht dieses Jahr 😀
    Dieser Film ist allerdings dein Platz 1 und ich gebe dir absolut recht, dass dem Film ein Spannungsbogen sehr gut getan hätte. Irgendwie wurde es aber für mich gerettet durch die guten Schauspieler. Alle Szenen mit den beiden, die irgendwie die Geschichte wenigstens einen Meter voran gebracht haben, fand ich sehr stark. Beim Rest bin ich allerdings auch fast eingeschlafen 😀

    Gefällt 2 Personen

      • Stimmt, das Ende war auch sehr schön und sowas kann die Wahrnehmung dann doch sehr beeinflussen. Allerdings versteh mich nicht falsch, ich möchte den Film nicht schön reden. Für mich gab es da nur in diesem Jahr noch deutlich schlimmere Gurken 😀

        Gefällt 1 Person

  2. Black Panther war für mich auch DIE (Na, vielleicht neben dem Suspiria-Remake) Enttäuschung des Kinojahres 2018. Ich war durch den Hype im Vorwege so dermassen aufgeputscht und wurde -vlt. deshalb- so enttäuscht. Da sprang bei mir so gar keine Funke über. Schade, man hätte sicher mehr aus dem Film machen können. Ich vermute mal, dass die Message des Films – öffne dich der Welt, akzeptiere Fremde und Andersartige, gib ab, wenn du mehr hast als die Anderen…. – so in die derzeitige Stimmungslage passt, dass der Film einfach schon geliebt werden MUSSTE. Na ja, dann bin ich wohl auch andersartig 😊

    Gefällt 1 Person

  3. Über Suspiria habe ich jetzt derart viele unterschiedliche und widersprüchliche Sachen gehört, dass ich den früher oder später wohl selbst sehen muss, um mir ein Urteil zu bilden.

    Der einzige den ich gesehen habe ist Black Panther. Den fand ich eigentlich ziemlich gut, allerdings ist er wirklich immer dann am schwächsten, wenn zwei oder mehr gewichtslose CGI-Männlein aufeinander einhacken, was leider ein paar mal zu oft passiert.

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  4. „Black Panther“ blieb wirklich hinter den Erwartungen. Insbesondere die Hauptfigur hat mich überhaupt nicht überzeugt, wobei die weiblichen Charaktere durchaus (noch) mehr Platz hätten einnehmen dürfen…

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    • Das kommt neben den anderen Schwächen noch dazu…. Die Figur des Black Panther war in Infinity War deutlich interessanter.
      Finde es besonders schockierend, dass das eigentlich renommierte Empire Magazin ihn nun zum Film des Jahres gekürt hat.

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      • Das machte zwar einen Großteil der Begründung aus, aber da wurden auch die filmischen Aspekte über den Klee gelobt. Vielleicht nur ein Feigenblatt, aber genau liegen ja die eklatanten Schwächen

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      • Leider. Aber dann ist es schon ein grenzwertige Wahl. 2018 war jetzt zwar nicht das überragende Filmjahr, aber es gab durchaus sehr viel bessere Kandidaten als gerade „Black Panther“. Nur halt mit weniger afroamerikanischer Besetzung. 😉

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