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Hotel Artemis

Drew Pearce, USA/UK 2018

„Ein netter, kleiner Genrefilm“ kann man vielerorts lesen, wenn es um Hotel Artemis geht. Und in der Tat ist dieser Streifen damit sehr gut umrissen. Ein bisschen John Wick hier, ein bisschen High-Rise da, dazu noch ein paar eigene Ideen – und fertig ist ein gut 95 Minuten langer, unterhaltsamer Film, der im Los Angeles der 2030er angesiedelt ist. Dort leitet Jodie Foster eine Einrichtung, die eine Mischung aus Hotel und Notaufnahme für Schwerkriminelle ist. Ausgerechnet an diesem einen Abend aber überschlagen sich die Ereignisse.

Die Darsteller sind dabei ebenso interessant wie die Figuren, die sie verkörpern. Da ist der bullige, aber gutherzige Dave Bautista als Fosters rechte Hand. Da sind Jeff Goldblum als Verbrecherkönig der Stadt und Zachary Quinto als dessen cholerischer Sohn. Da ist Sofia Boutella als elegante Elitekillerin. Und nicht zuletzt ist da natürlich auch noch Jodie Foster, die ihre geringe körperliche Präsenz durch umso mehr Charisma wettmacht.

Dieses kammerspielartige Crime-Action-Gemisch unterhält von der ersten bis zur letzten Minute, kann sein Potential allerdings nicht ausschöpfen. So funktioniert der Aufbau der Figuren zwar reibungslos, zum Ende hin allerdings wird den wichtigsten ein angemessener Ausstieg verwehrt. Auch ist die Handlung durchzogen von zahlreichen kleinen Plot- und Logiklücken; der große Bevölkerungsaufstand, der von Beginn an wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Figuren schwebt, spielt letztlich kaum eine Rolle. Mit etwas mehr Budget und einer längeren Laufzeit hätte aus Hotel Artemis ein echt starker Film werden können. Bleibt zu hoffen, dass ein eventueller Nachfolger diese Schwächen ausgleichen kann.

imdb / Trailer

Bild: (c) Global Road Entertainment

3 Kommentare zu „Hotel Artemis Hinterlasse einen Kommentar

      • Tatsächlich habe ich mir den gestern angeschaut… und kann dir eigentlich in allen Punkten zustimmen. Die Ausführung war ein bisschen mau, die ganze Hintergrundgeschichte der Nurse und wie das alles aufgelöst wurde, war ein bisschen flach. Aber die Darsteller waren cool, die Dialoge witzig und das Kammerspiel-Artige hat gut gepasst.

        Gefällt 1 Person

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