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Can a Song Save Your Life?

Begin again, John Carney, USA 2013

Hätte ich Can a Song Save Your Life? schon zu unserer Podcast-Folge gekannt, in der wir jene Filme auflisteten, die alle außer uns selbst gut finden – er hätte es locker in meine Top 5 geschafft. Was nicht heißt, dass wir hier einen miserablen Film vorliegen haben. Nur die Topwertungen, die er überwiegend bekommt, kann ich nicht nachvollziehen. Dabei ist die Idee eines Films über eine Nachwuchsmusikerin (Keira Knightley) und einen Produzenten am Tiefpunkt seiner Karriere (Mark Ruffalo), die aus der Not heraus ein Album in den Straßen New Yorks aufnehmen, alles andere als verkehrt.

Das Problem ist nur: Dieser Film besteht fast ausschließlich aus Klischees. Das Klischee vom schüchternen Jungmusiker (Adam Levine), der vom Ruhm korrumpiert wird. Das Klischee der Ex-Freundin, die ihre Trennung mit Musik verarbeiten will. Das Klischee vom Produzenten, der seinen Misserfolg in Alkohol ertränkt. Das Klischee von den bösen Studiobossen, die ein mutmaßliches Talent nicht erkennen wollen und sich später ärgern. So hangelt sich Can a Song Save Your Life? 100 Minuten lang an ausgelutschten Sujets und Stereotypen entlang. Das alles könnte ich dem Film verzeihen – wenn denn wenigstens die Musik gut wäre. Die klingt anfangs auch ganz nett, verkommt alsbald aber zu belanglosem Pop-Einheitsbrei, den man dann „Singer-Songwriter-Music“ nennen muss, um es halbwegs interessant klingen zu lassen. (Klar, is‘ Geschmacksfrage. Hat meinen aber so gar nicht getroffen.) Eine ziemliche Enttäuschung. Dann doch viel lieber John Carneys Nachfolgewerk Sing Street.

Und mit diesen (zugegeben nicht gerade passenden) Worten: Frohe Ostern!

imdb / Trailer

 

Bild: (c) Studiocanal

10 Kommentare zu „Can a Song Save Your Life? Hinterlasse einen Kommentar

  1. Tja, ich arbeite mich ja (seeeeehr langsam) rückwärts durch Carneys Filmografie. Und während Sing Street großartig war (und die Tatsache, dass ‚Drive it like you stole it‘ nicht mal als bester Filmsong Oscarnominiert war eine Blamage war!) war der hier… okay. Ich sehe ihn vielleicht etwas stärker als Du, weil einige Szenen für mich gut funktioniert haben. Ansonsten ist das ein Star Is Born Derivat und nicht viel mehr. Und Carneys Kritik an der Musikindustrie war mehr zum Augenrollen als alles andere (nicht dass sie keine Kritik verdient!).

    Am enttäuschendsten fand ich allerdings Carneys Reaktion auf den Film. Er war wohl selbst nicht glücklich und hat die Schuldige dafür gefunden in Keira Knightley, die er in interviews recht heftig kritisiert, so nach dem Motto: „das passiert wenn man mit Models statt Schauspielern arbeitet“. Also, ohne selbst großer Knightley Fan zu sein: sie war nun wirklich so gar nicht das Problem des Films. Eher noch eine der Stärken…

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    • Okay, davon hab ich so gar nix mitbekommen. Is ja auch ein mieser Move, so über seine Hauptdarstellerin herzuziehen. Ich bin wahrlich auch kein Fan von ihr, aber singen kann sie ja.
      Wundert mich aber – der Film hat doch viel Zuspruch geerntet, oder?

      Gefällt 1 Person

      • War wohl in der Promophase für Sing Street, um zu beweisen, dass der wieder richtig Indie und weniger Hollywood wird. Wäre wohl eleganter gegangen…

        Aber er hat sich öffentlich entschuldigt, Knightley war klug genug gar nix zu sagen und es wurde keine große Sache. Aber dennoch genug, um von jemandem, den ich nur über seine Filme „kenne“ enttäuscht zu sein, haha 😉

        Gefällt 2 Personen

    • Ich war vor dem Film auch kein Knightley Fan. Hier hat sie mich aber dann überzeugt. Ich fand den Film vor allem wegen ihr deutlich besser als Du (Christian) und finde auch, dass viele Dinge hier gut zusammen passen. Auch wenn der Film jetzt ganz sicher auch kein Meisterwerk ist.

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  2. Mir hat der Film sehr gut gefallen und so klischeebeladen fand ich ihn auch nicht. Dieses unfreiwillige Dreamteam aus Keira Knightley und Mark Ruffalo muss man doch einfach mögen. Klar, hintenraus ist es ein bißchen kitschig und nicht alle Lieder, die im Film vorkommen, tauchen 1:1 so auf dem Soundtrack auf, aber es ist eine nette Hommage an New York und an das Musikmachen.

    Gefällt 1 Person

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