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Wrong

Quentin Dupieux, USA/FRA 2012

Quentin Dupieux macht in Wrong den Titel zur inhaltlichen Prämisse: Alles in (wohlgemerkt: nicht „an“) diesem Film ist falsch. Als Dolph Springer (Jack Plotnick) eines Morgens erwacht, ist sein Hund verschwunden. Soweit ja noch nachvollziehbar, aber schon der erste Dialog, der sich mit seinem Nachbarn entspinnt und der damit endet, dass letzterer einfach mit dem Auto davon fährt, ohne irgendein Ziel zu haben, ist bereits reichlich skurril. Es folgen solch (ver)wunderliche Momente wie jener, in denen Dolph sein Büro betritt, wo es konstant regnet, was keinen zu stören scheint. Oder ein Gespräch mit dem Gärtner, der beichtet, dass etwas mit der Palme in Dolphs Garten geschehen sein. Stellt sich raus: Sie ist über Nacht zu einer Tanne geworden.

Der Plot rund um das Wiederauffinden des Hundes bildet also bloß den Aufhänger für unzählige seltsame Begegnungen und Momente, gegen die die Absurditäten von Monty Python oder die eines Terry Gilliam geradezu bieder erscheinen. Wie schon im Quasi-Vorgänger Rubberin dem ein Autoreifen per Telekinese menschliche Köpfe zum Platzen brachte, ist auch Wrong ein postmodernes, filmisches Experiment. Anstatt jedoch wie in Rubber in erster Linie Genre-Konventionen aufzubrechen, werden in Wrong sämtliche Regeln filmischer Narration über Bord geworfen. Durch dieses Verwirrspiel bleibt man konstant bei der Sache – jeglicher Versuch, sich einen Reim auf das Gezeigte zu machen, scheitert jedoch gnadenlos. Wenn Dupieux mit hier eines unter Beweis stellt, dann dass man nur an wenigen Stellschrauben drehen muss, um alltägliche Situationen ins vollkommen Absurde zu stürzen. Man darf sich zurecht fragen, warum der Regisseur (zugleich auch Autor, Kameramann und Cutter) hier anscheinend vollkommen wahllos an eben jenen Schrauben dreht. Aber wie es schon in Rubber hieß: „This film is an hommage to ’no reason‘.“

Wrong ist noch bis zum 15. August in der arte Mediathek verfügbar.

imdb / Trailer

 

Bild: (c) Realitism Films

5 Kommentare zu „Wrong Hinterlasse einen Kommentar

  1. „Rubber“ war echt sehr merkwürdig. „Wrong“ zwar auch, aber ich finde auch eine sympathische Art und Weise. Hab den Film bisher zwar nur einmal gesehen, mochte den aber sehr.

    Gefällt 1 Person

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