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Chaos im Netz

Ralph Breaks the Internet, Rich Moore/Phil Johnston, USA 2018

Das sind schon ein paar Füchse bei Disney. Da liefern sie vor ein paar Jahren mit Ralph reichts einen mittelklassigen Animationsstreifen ab, der aus seinem Setting (alte Videospielfiguren sorgen tagsüber für Spaß in einer Spielhalle und bestreiten nachts ihre ganz eigenen, Automaten-übergreifenden Abenteuer) nur ein wenig Nostalgie schöpft und maximal drei Setpieces abfeiert. Und dann legen sie ein paar Jahre später einen zweiten Teil nach, der seinen Vorgänger in jeder Hinsicht in den Schatten stellt. Chaos im Netz schickt den klobig-liebenswerten Grobian Ralph (John C. Reilly) und die zuckersüß-quirlige Rennfahrerin Vanellope (Sarah Silverman) in die Weiten des Internets. Letztere wird vom Sidekick in die Position der zweiten Hauptfigur erhoben. Und letztlich wird die tief verwurzelte Freundschaft der beiden auf eine Zerreißprobe gestellt.

Was Chaos im Netz so viel besser macht als sein Vorgänger: Die einzelnen Setpieces, von denen es diesmal zugleich erheblich mehr gibt, deutlich besser auszuschöpfen und damit Handlung und Figuren wesentlich vielschichtiger zu machen. Ein Online-Rollenspiel wird zum Schauplatz einer furiosen Rennszene, ein Ausflug ins Darknet zu einem schummrigen Hinterhof-Deal. Die Krönung dessen: Vanellopes Zusammentreffen mit der kompletten Disney-Prinzessinnen-Riege, die sämtliche Sujets klassischer, weiblicher Märchenfiguren spitzzüngig aufs Korn nimmt und in einer großartigen musikalischen Einlage resultiert. Auch wenn Chaos im Netz seinen Charme und seine Qualitäten zu einem Großteil auf Referenzen aufbaut, so muss man doch konstatieren: Das Konzept geht auf. Dieser Film macht nicht nur enorm viel Spaß, ihm gelingt auch die Visualisierung des Internets mit einem bisher unerreichten Maß an Kreativität und Detailverliebtheit. Und bildet damit einen fruchtbaren Nährboden für eine ebenso zeitgeistige wie überraschend facettenreiche Geschichte.

imdb / Trailer

Bild: (c) Disney

7 Kommentare zu „Chaos im Netz Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ich muss gestehen, der hat mir persönlich sogar noch besser gefallen als der erste Teil. Und die Abspannszene mit Rick Astley war ja einfach mal der Hammer… 😅😅😅

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  2. Pingback: audiovisuell

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