Zum Inhalt springen

Red Heat

Walter Hill, USA 1988

1988. Der eiserne Vorhang ist bereits löchrig. Alte Feinde nähern sich allmählich an, auch in Hollywood. Wo „der Russe“ einst als plakativstes aller Feindbilder diente, weichen die Fronten langsam auf. Und so darf Arnold Schwarzenegger noch im selben Jahr einen sowjetischen Polizisten verkörpern, der einen Drogendealer über die Landesgrenzen hinaus jagt. Und zwar bis nach Chicago, wo er mit einem örtlichen Cop – gespielt von Jim Belushi – notgedrungen zusammenarbeitet, um den Übeltäter zu stellen.

Red Heat ist ein Buddycop-Action-Flick in typischer 80er-Jahre-Manier: Es wird geschossen, geprügelt, gewitzelt und mit platten, aber nicht minder amüsanten One-Linern um sich geworfen.  Ganz viele zeitgenössische Konventionen also. Von der Masse hebt sich der Film jedoch durch seinen bi-nationales Protagonisten-Duo ab, das eine beachtenswerte innere Dynamik entwickelt. Der Clash der Kulturen/Ideologien wird hier auf Augenhöhe ausgetragen und das, ohne dass es prätentiös oder verurteilend wird. Der stoische Sowjet darf mit aller körperlichen Härte agiert und wird vom US-Polizisten ein wenig darum beneidet, schließlich haben in seiner Heimat auch Kriminelle Rechte. Dieser Aspekt mag bei näherer Betrachtung fragwürdig erscheinen. Dem Film tut es jedoch mehr als gut: Da treffen zwei Charaktere aufeinander, die scheinbar einzig ihr Berufsstand und ihr Sinn für Gerechtigkeit eint, was sie selbst die jahrzehntelange Feindschaft ihrer Heimatländer überwinden lässt.

imdb / Trailer

Bild: (c) Studiocanal

9 Kommentare zu „Red Heat Hinterlasse einen Kommentar

  1. Wir sollten uns echt mal absprechen. Offensichtlich haben wir sehr oft den gleichen Film-Rhythmus. Den habe ich auch erst vor kurzem geguckt… Ich muss gestehen, ich hatte den irgendwie etwas witziger in Erinnerung. 😅

    Gefällt 2 Personen

    • Sehr cool ^^‘
      Dann sollten wir vielleicht mal über ein Double-Feature-Format nachdenken 😀
      Ich kannte den vorher halt gar nicht (nur einige wenige Momente aus irgendwelche Arnie-Supercuts). Fühlte mich aber trotzdem sehr gut unterhalten

      Gefällt 1 Person

      • Das war der letze typische Arnie-Film nach dem bewährten, aber inzwischen abgenutzten Muster, Diese Art von Action-Filmen hatte sich überholt und auch Schwarzenegger merkte man an, das er nicht mehr mit der gleichen Freude bei der Sache war. Nach „Eraser“ kamen ja noch ein paar Filme, in denen er versucht hat, andere Charaktere mit etwas mehr Tiefe zu spielen, was dann aber (leider) niemand sehen wollte.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: