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Emoji – Der Film

The Emoji Movie, Tony Leondis, USA 2017

Nachdem sich das gesamte Netz und die versammelte Kritikerriege schon ausführlich über Emoji – Der Film ausgekotzt haben, habe ich dem eigentlich wenig hinzuzufügen. Beachtenswert ist jedoch, dass man bei diesem Machwerk schon ein wenig unter die Oberfläche blicken muss, um all seine Fehler und Versäumnisse zu erkennen. Denn auf den ersten Blick verkauft er sich als durchaus solider Animationsfilm, in dem das vorgebliche Innenleben eines Handys anhand eines vermenschlichten Emojis (T.J. Miller) geschildert wird. Das soll eine ganz spezifische Funktion in diesem großen System erfüllen: Ein „Meh“ soll er sein. Doch tief in seinem Herzen vereint er eine Vielzahl von Emotionen und Ausdrücken. Hach, wie süß!

Prinzipiell ist diese liberale Botschaft à la „Sei du selbst“ und „Lass dir von der Gesellschaft nicht vorschreiben, wer oder was du sein sollst“ nicht schlecht. Nur ist die Umsetzung ist es – und zwar massivst. Von der technischen Dimension, die jegliche Plastizität vermissen lässt, über den quasi nicht vorhandenen Humor und einen unheimlich fremdschämigen Moment (ein Tanzturnier) bis hin zu krassen inhaltlichen Fehlern (Internettrolle im Mülleimer??) und dem hanebüchenen Finale – nichts hält hier einem genaueren Blick stand. Vor allem aber mangelt es diesem Film an Kreativität bei der Ausgestaltung der einzelnen Programme: Die App der Emojis ist eine Stadt, YouTube ist ein großer Bildschirm, Spotify eine Wasserrutsche aus Audiospuren. So weit, so langweilig. Obwohl Emoji – Der Film diverse vergleichbare Werke wie Alles steht Kopf dreist kopiert, erreicht er nie auch nur ansatzweise deren Klasse oder Unterhaltungswert. Hüllen wir also ab sofort den Mantel des Schweigens hierüber. Wie man es komplett anders und damit richtig macht, hat schließlich Chaos im Netz bewiesen.

imdb / Trailer

Bild: (c) Sony Pictures Entertainment

3 Kommentare zu „Emoji – Der Film Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ich frage mich wie hoch der Scheck war, den Sir Patrick Stewart für seine Rolle als Poop bekommen hat…. Vermutlich konnte er in Interviews nicht mal den üblichen Spruch von wegen „ich habe das vor allem für meine Enkel gemacht, die lieben Kacke!“ anbringen. Also müssen da viele Nullen drauf gewesen sein! 😉

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