There and back again…

…und da bin ich auch schon wieder zurück aus dem hohen Norden. Mit im Gepäck: eine Wagenladung Eindrücke und Fotos aus Island, von denen ich hier einige mit euch teilen möchte. Die erste Erkenntnis dieses zweiwöchigen Roadtrips über diese großartige Insel war simpel: Reykjavik kann man sich sparen. Vom halb-historischen Stadtkern abgesehen versprüht die Hauptstadt den Charme einer Planstadt-artigen Betonwüste, in der an allen Ecken und Ende gebaut wird. Immerhin hatte ich hier die Chance, eines der wohl nördlichsten Kinos Europas zu besuchen (die Kritik zum dort gesehenen Rambo 5 folgt noch). Die größten Unterschiede zur deutschen Kinokultur: In Island ist salziges Popcorn Standard und selbst ein 90-Minüter wird durch einen Werbeblock unterbrochen.

Sobald man die Hauptstadt verlässt, zeigt sich die Insel allerdings von einer ganz anderen Seite. Dann verschlägt einem eigentlich alles, was man links und rechts der Hauptstraße sieht, den Atem. Von unendlichen Moosfeldern auf Vulkangestein über beeindruckende Felsreliefs und idyllische Täler bis zum Besuch am Geysir und dem ersten großen Wasserfall kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Der Süden Islands ist eine der eindrücklichsten Landschaften, die ich je gesehen habe und die ich ir regelmäßig als alternative Kulisse für Der Herr der Ringe habe vorstellen können. Gletscherzungen erstrecken sich bis ins Flachland, kleinere und größere Wasserfälle finden sich all paar hundert Meter. Und klettert man etwas höher, entblößt sich noch mehr von dieser scheinbar unberührten Schönheit.

Ich empfehle deshalb, hier besonders viel Zeit einzuplanen, zumal man im südlichsten der drei Nationalparks ob der wunderschönen Landschaft einen ganzen Tag verbringen kann und dann auch noch (fast) dem Gletscher kuscheln kann.

Der Osten und der Westen hingegen haben – bis auf einige Fjrode und Brandungen – recht wenig zu bieten. Eine große Empfehlung spreche ich deshalb noch für den Norden aus, der von einer meditativen Weite und Kargheit geprägt ist und zudem einen wahrhaft gigantischen Wasserfall sowie die kleine Chance auf Nordlichter zu bieten hat. Und tatsächlich hatten wir dort an unserem ersten Abend enormes Glück, die bisher besten Nordlichter der Saison zu sehen.

Deutlich mehr versprochen hatten wir uns allerdings von der Höhle, in der (angeblich) die Liebesszene von Jon Snow und Igrid aus Game of Thrones gedreht wurde – die sich dann allerdings als winzig und viel zu heiß für ein Bad entpuppte. Immerhin waren wir an einem der letzten Abende noch Zeugen eines wunderschönen Sonnenuntergangs.

Es ist zwar eine abgegriffene Floskel, doch Island ist tatsächlich ein Land der Extreme. Geographisch, wettertechnisch, preislich. Ein Land, in dem man sich fast immer und überall willkommen fühlt. Eines, das an jeder Ecke mit einer Überraschung aufzuwarten weiß. Und eines, in dem man sich einmal zwei Wochen lang Luft vom beruflichen Alltag verschaffen kann und (hoffentlich) gut erholt zurückkehrt. Falls ihr Tipps braucht, stehe ich in den Kommentaren bereit!

Während meiner Abwesenheit ist im Übrigen die 16. Folge des FilmBlogCasts erschienen, in der wir uns dem reflexiven Kino widmen – Filmen also, in denen es um Filme geht. Alle weiteren Infos findet ihr auf filmblogcast.wordpress.com.

Alle Fotos: (c) Christian Neffe

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10 Comments

    1. Echt? Wir haben dort vor Ort quasi nur nach GoT-Drehplätzen gesucht 😅
      Ich würde ja sagen, dann schau ich mir Prometheus noch mal an, aber finde den leider überhaupt nicht gut ^^
      Vielleicht reicht ja aber der Anfang

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  1. Schöner Artikel und tolle Fotos. Sehr stimmungsvoll. Ich war 2016 für eine Woche auf Island und war auch begeistert. Das war mal so ganz anders, als das, was ich bisher so als Urlaub kannte. Konsequent schlechtes Wetter, durchgehend Regen und ein Wind, der mich selbst als Norddeutschen überrascht hat. Dennoch, landschaftlich absolut atemberaubend, da hat sich ein Highlight wirklich an das nächste gereiht. Auch die Isländer waren sehr weltoffen und super freundlich. Sofern ich die Garantie hätte, da mal gutes Wetter zu haben, würde ich in jedem Fall noch mal hinfahren, gern auch länger.
    – Oh, da lief schon The Joker
    – Hast du mal das „Nationalgericht“, diesen vergammelten Hai gekostet? Ich habs mich damals, ehrlich gesagt, nicht getraut 🤭

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    1. Danke dir!
      Ja, das Wetter war… schwierig ^^ Wir hatten aber extremes Glück – irgendwie war fast immer nur auf unseren Autofahrten Regen – sobald wir dann irgendwie gehalten hatten, hörte es plötzlich auf ^^
      Der Wind hat uns am letzten Abend auch nochmal den Atem geraubt: In Keflavik hat es so heftig gestürmt, dass am Vorabend unseres Rückflugs als Flüge abgesagt wurden. Am nächsten Tag sitzen wir dann 7.30 im Flieger und es windet immer noch, aber trotzdem heben wir ab – ich habe wirklich gebangt, ob wir das schaffe ^^‘
      Ja, Joker lief dort schon eine Woche vor uns an. Ich hätte am letzten Abend theoretisch noch Gelegenheit gehabt, war ja aber in Begleitung, die keine Lust hatte 😉
      Und nein, von diesem mutmaßlich Nationalgericht habe ich nicht mal was gehört. Zumindest stands auf keiner Speisekarte. Die machen dort aber echt gute Pizza!

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      1. Für Schönwetter-Urlauber ist Island wirklich ungeeignet. Aber bietet dafür eben ganz viele andere Dinge, die wohl auf der Welt mehr oder weniger einmalig sein dürften. Muss man aber auch mögen und – auch nicht ganz unwichtig – die richtige Kleidung (vorzugsweise mit Kapuze) dabeihaben.
        Die Flugstreichungen bzw. -verschiebungen sind wohl an der Tagesordnung. Hab ich schon von mehreren Leuten gehört. Da hatten wir dann mal Glück. Hin- und Rückflug planmäßig und störungsfrei.
        Joker schaue ich morgen. Ich hoffe, dass nach dem ziemlichen Hype um den Film und den inheitlich geradezu euphorischen Kritiken, keine Enttäuschung dabei rauskommt.
        In Sachen „Gammelhai“ hier ein kurzer Auszug aus dem Wikipedia-Eintrag:

        „Hákarl [ˈhauːkʰartl̥] ist eine isländische Spezialität, die aus fermentiertem Fleisch des Grönlandhais besteht. Geruch und Geschmack des Gerichts sind sehr intensiv. Da Haie beim Atmen auch ihren Salzhaushalt regulieren, um leichter auf- bzw. abtauchen zu können, ist ein starker Salzgeschmack die Folge. Die Konsistenz des Fleisches lässt sich als gummiartig bezeichnen.“

        Lecker, lecker….🤭

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      2. War ein bisschen enttäuscht, dass die Hälfte meines Inventars (Winterjacke, lange Unterwäsche, etc.) gar nicht nötig war, weil das Wetter halbwegs mitgespielt hat ^^
        Jaaaa… ich glaube, vom Fisch hätte ich dann auf jeden Fall die Finger gelassen. Klingt eher nach etwas für eine Mutprobe ^^

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      3. Hm, ist bei mir auch immer so, dass ich jede Menge Klamotten und sonstiges im Urlaub gar nicht nutze. Egal, wo ich hinfahre.
        Dieses Haizeugs ist vermutlich auch nur was für wirklich hartgesottene. Dazu trinkt man wohl auch immer einen bestimmten Schnaps, der auch aus Raketentreibstoff eingesetzt werden könnte. Prost 🦈🥂

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  2. Wow. Tolle Bilder. Island steht auch nach wie vor ganz oben auf meiner Liste.

    Oh… ich bin ja mal sehr gespannt, wie du so Rambo 5 fandest. 😅

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