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The Aeronauts

Tom Harper, USA 2019 – Felicity Jones und Eddie Redmayne gaben bereits in Die Entdeckung der Unendlichkeit ein tolles Paar ab. Nun dürfen sie sich abermals einen Film teilen: The Aeronauts handelt von einem Meteorologen und einer Ballonfahrerin, die einen gemeinsamen Ausflug Richtung Himmel übernehmen, bei dem ein neuer Höhenrekord aufgestellt werden soll. Was für ihn in erster Linie aus Forschungsinteressse geschieht (im Jahr 1862 gelten Wettervorhersagen noch als Hokuspokus – er will den Gegenbeweis antreten), ist für sie ein Job, der mit einer schmerzhaften Erinnerung in Verbindung steht: Ihr Ehemann kam bei ihrer letzten Ballonfahrt ums Leben.

Die Hintergründe beider Charaktere werden in regelmäßigen Rückblenden geschildert und machen schnell deutlich: Der Flug ist vor allem für Felicity Jones‘ Figur eine existenzielle, psychische Bewährungsprobe. Die Motivation des Forschers hingegen wird nur dürftig erklärt, speist sich vor allem aus seinem Frust durch die Ablehnung seiner wissenschaftlichen Kollegen. Das ist leider zu wenig, weshalb (im Gegensatz zu ihrem letzten gemeinsamen Film) diesmal nicht Redmayne, sondern Jones glänzen darf. Und das gelingt ihr auch – von der ersten bis zur letzten Minute.

Narrativ wildert The Aeronauts dennoch in altbekannten Gefilden und schleppt dabei nicht unerheblichen Ballast mit sich herum, den es nicht zwangsläufig gebraucht hätte. Dafür weiß der Film inszenatorisch zu überzeugen. Die Luftaufnahmen sind eine Augenweide, zahlreiche Panoramaaufnahmen von Himmel und Erde vermitteln ein Gefühl von Freiheit und Unendlichkeit, das man so nur selten auf dem Fernseher erlebt. Und wenn sich der Blick einmal gen Boden richtet und die Brennweite reduziert wird, dann schaffen die Weitwinkel- und Ultraweitwinkelaufnahmen einen geradezu furchteinflößenden Eindruck von Tiefe. Allein wegen dieser Aufnahmen ist dieser kurzweilige Selbstfindungstrip eine Sichtung wert.

imdb / Trailer

Bild: (c) Amazon Studios

4 Kommentare zu „The Aeronauts Hinterlasse einen Kommentar

  1. Wahrscheinlich ist es für den Film besser, wenn Jones Charakter in den Vordergrund rückt, die kann deutlich besser als Eddie Redmayne schauspielen. Da der ja direkt auf Prime erschienen ist, werde ich eventuell einen Blick wagen.

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