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Angel has fallen

Ric Roman Waugh, USA 2019 – Es begab sich einst im Jahr 2013, da erschienen zwei Filme, in denen das Weiße Haus von bösen, bösen Terroristen angegriffen wurde und in denen der Präsident von einem gut aussehenden, weißen Mann mit dicken Muskeln und dummdreisten Sprüchen auf den Lippen gerettet werden musste: Roland Emmerichs White aus Down und Antoine Fuquas Olympus has Fallen. Beide trugen die Markenzeichen ihrer Regisseure: Emmerichs Streifen war Brechreiz-erregend patriotisch, Fuquas Werk nahm sich in seiner Pseudo-Coolness viel zu ernst. White House Down war der bessere Streifen – und trotzdem wurde ausgerechnet Olympus has Fallen fortgesetzt. Nun sogar schon zum zweiten Mal.

Nach London has Fallen folgte deshalb kürzlich Angel has Fallen. Abermals schlüpft Gerard Butler in die Rolle des Secret-Service-Agenten Mike Benning, dessen Auftraggeber – der Präsident (diesmal verkörpert von Morgan Freeman) – bei einem heimtückischen Drohnenangriff fast getötet wird. Die bösen, bösen Terroristen haben allerdings dafür gesorgt, dass Benning diesmal nicht als Held dasteht, sondern wie ein Verräter aussieht. Deshalb muss der Muskelmann fliehen und versucht, seine letzten Verbündeten zu Hilfe zu rufen – darunter seinen einsiedlerisch lebenden Vater (Nick Nolte).

Angel has Fallen ist besser als sein direkter Vorgänger. Was aber noch lange nicht heißt, dass er auch ein guter Film ist. Im Gegenteil. Die Action wird nach wie vor in einem Schnittgewitter ertränkt, um ja zu kaschieren, dass die Darsteller eigentlich nichts können. Die Charakterzeichnung ist weiterhin so flach wie die billigen One-Liner, die in regelmäßigen Abständen aus Bennings Mund herausfallen. Jemanden wie Nick Nolte für eine Vater-Figur zu verbraten, die kaum etwas zum Plot beizutragen hat und stattdessen als Surrogat für eine emotionale Backstory des Protagonisten missbraucht wird, ist eine echte Frechheit. Und die Story? Mit ein bisschen Fantasie lassen sich sämtliche Wendepunkte bereits nach 15 Minuten erahnen.

Hat dieser Film also irgendwelche Qualitäten? Nun ja, wenigstens kann er – trotz seiner viel zu langen 121 Minuten – auf seine primitiv-plumpe Art (vorausgesetzt, man befindet sich im richtigen Geisteszustand) zumindest ein wenig zu unterhalten. Oder zumindest dafür sorgen, dass man Zeit totschlägt. Auch wenn die sich danach ein wenig verschwendet anfühlt.

imdb / Trailer

Bild: © Millennium Films

10 Kommentare zu „Angel has fallen Hinterlasse einen Kommentar

  1. Den hab ich mir geschenkt, fand den zweiten schon so furchtbar, dass ich mich nach der Sichtung endgültig von der Reihe verabschiedet hab. Kleine Anmerkung: Nicht Morgan Freeman, sondern Jamie Foxx spielt in White House Down den Präsidenten…Morgan Freeman spielt aber den Vize-Präsidenten in Olympus has fallen, weshalb er im dritten jetzt offenbar den Präsidenten mimen darf (wahrscheinlich hatte Aaron Eckhardt bzw seine Filmrolle einfach keine Lust mehr auf den Job nachdem er zweimal fast von Terroristen über den Jordan geschickt wurde 😉)

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  2. Ich hab mich schon nach dem furchtbaren ersten Teil gewundert, wie der ne Fortsetzung erhalten konnte. Wahrscheinlich weil Gerard Butler Kohle brauchte und Morgan Freeman auch immer wieder Schrottfilme macht.

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