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A Prayer before Dawn (2017)

Jean-Stéphane Sauvaire, FRA/UK/CHN/USA 2017 – Angekündigt wurde mir A Prayer Before Dawn als Film über ein Gefängnis in Thailand, in dem ein britischer Muay-Thai-Fighter für Respekt und Ansehen kämpft. Ich hatte also mit ordentlichem Fratzengeballer gerechnet – bekam aber etwas ganz anderes. Das kündigte sich bereits im Intro an, in dem das Logo der Filmfestspiele von Cannes zu sehen war – Genre ist ja dort eher unüblich. Statt eines knallharten Martial-Arts-Films wurde mir schließlich ein schwerfälliges Melodram präsentiert, das sein Potential leider nicht ausschöpft.

Gekämpft wird in A Prayer before Dawn nur selten – sehr selten sogar. Im Vordergrund steht stattdessen die Lebens- und Leidensgeschichte von Billy, der nach einer Niederlage im Ring mit Drogen erwischt wird. Ein Vergehen, das in Thailand mit aller Härte vom Staat verfolgt und bestraft wird. Billy landet also im Knast, wo er es als Neuling, Ausländer und Drogensüchtiger dreifach schwer hat. Er muss Mord, Vergewaltigungen und Korruption mit ansehen, versucht irgendwie durchzukommen und landet schließlich im Boxclub des Gefängnisses, wo er sich endlich ein wenig Respekt verschaffen kann.

Eine interessante und zudem auf wahren Tatsachen basierende Geschichte also – der es jedoch an Tempo und inszenatorischer Wucht fehlt. Hauptdarsteller Joe Cole kann die innere Verfassung seiner Figur nur in wenigen Szenen effektiv nach außen kehren, Billy bleibt über weite Strecken deshalb unnahbar und -sympathisch. Der romantische Subplot mit einer anderen Insassin wirkt aufgesetzt und unrund. Und ganz allgemein ist die Geschichte von einer Zähigkeit gekennzeichnet, die die zwei Stunden Laufzeit durchaus anstrengend machen – und das nur in zweiter Linie aufgrund der bedrückenden Atmosphäre und der Gewalt. Da hätte mehr draus werden können.

A Prayer before Dawn ist aktuell bei Amazon Prime Video zu sehen.

imdb / Trailer

Bild: © Senorita Films

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