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Mortal Engines – Krieg der Städte (2018)

Christian Rivers, NZL/USA 2018 – Was für ein Untertitel, was für eine Prämisse: In einer fernen, dystopischen Steampunk-Zukunft lebt die Menschheit in mobilen Städten, die über die Erde walzen und sich gegenseitig verschlingen. London ist kürzlich auf dem europäischen Festland eingefallen und will nun – angeführt von Hugo Weaving, der eine Waffe von enormer Sprengkraft erschaffen hat – Ostasien erobern. „Städte-Darwinismus“ nennt man das hier. Dass das Ganze auch noch vom Produktionsstudio von Der Herr der Ringe verantwortet wurde, verspricht monumentalstes Blockbuster-Kino.

Und in der Tat: Die ersten 15 Minuten von Mortal Engines sind richtig gut, dynamisch und brachial, machen die Welt greifbar und sorgen für den ein oder anderen Wow-Moment. Danach ist aber ganz schnell die Luft raus. Was zum einen am blassen Young-Adult-Hauptakteursduo (insbesondere dem unfassbar unsympathischen männlichen Part, gespielt von Robert Sheehan) liegt, und zum anderen an der drögen, vor Klischees triefenden Inszenierung, die den zweiten und dritten Akt dominiert. Ein uraltes, kreischendes Monster mit leuchtenden Augen, das nach Rache giert; eine forciert coole Rogue-Rebellin (Jihae Kim), die den chinesischen Absatzmarkt bedienen soll; eine Bombe, die allerallerletzter Sekunde entschärft wird; ein Subplot mit der Tochter des Antagonisten, der im Sande verläuft; und ein Finale, das viel zu sehr in die Länge gezogen wird – Mortal Engines bietet all das, was schon vor 15 Jahren ausgelutscht und/oder uncool war.

Anstatt die vor Potential überquellende Welt auszubauen, beschränkt man sich darüber hinaus auf eine Handvoll kleiner Schauplätze. Mortal Engines ist einer dieser Filme, dessen zweiter Teil vermutlich richtig gut werden könnte – den es aufgrund des kommerziellen Flops vermutlich aber nie geben wird.

Bild: © Universal

4 Kommentare zu „Mortal Engines – Krieg der Städte (2018) Hinterlasse einen Kommentar

  1. Den hab ich damals sogar im Kino gesehen. Was für eine Katastrophe von einem Film… Schade. Da hätte man bestimmt was draus machen können, aber das war es nicht…

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