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The Midnight Sky (2020)

George Clooney, USA 2020 – George Clooney ist allem voran als Darsteller bekannt, liefert alle Jahre wieder aber auch mal etwas Filmisches ab, auf dem sein Name unter dem Label „Regisseur“ prangt. Diesen Karrierestrang sollte er allerdings nochmal überdenken. Denn seit dem intensiven, spannungsgeladenen Polit-Thriller The Ides of March geht es qualitativ bergab: erst der durchwachsene Kriegs-Heistmovie Monuments Men, dann der viel zu zerfaserte Suburbicon – und nun The Midnight Sky, ein Film, mit enormem Potenzial, das aber nicht ansatzweise ausgespielt wird.

Zwei Handlungsstränge stehen hier im Mittelpunkt. Im ersten spielt Clooney einen einsamen Wissenschaftler in einer arktischen Forschungsstation, der aufgrund einer Erkrankungen nicht mehr lange zu leben hat und sich dorthin zum Sterben zurückgezogen hat. Viel gibt es aber auch nicht mehr, wofür es sich zu leben lohnen würde, denn die Erde wird durch eine nicht näher benannte Katastrophe zunehmend unbewohnbar, nur noch wenige Menschen haben sich in unterirdischen Bunkern verschanzt. Und dann taucht aus dem Nichts ein Mädchen (Caoilinn Springall) in eben jener Forschungsstation auf, das verstummt zu sein scheint…

Der zweite Strang dreht sich um eine Crew von Astronauten (u.a. Felicity Jones), die soeben von einer Mission zu einem Jupitermond zurückkehrt, der kolonisiert werden soll. Die versuchen vergeblich, Funkkontakt zur Erde herzustellen. Nur antwortet niemand. Der einsame Artkisforscher wiederum bemüht sich, als er das Raumschiff bemerkt, darum, die Crew zu kontaktieren, um sie von der Landung auf der Erde abzuhalten. Denn die ist ja schließlich dem Untergang geweiht.

Was wir hier haben, ist ein klassischer Fall von „Interessante Prämisse, lahme Umsetzung“. The Midnight Sky dauert zwei klebrig-zähe Stunden, in denen nahezu nichts passiert. Der Forscher bricht zu einer anderen Station auf, und im All muss die Satellitenschlüssel geflickt werden. Da dieses bisschen Handlung aber keinen Spielfilmplot füllen würde, kommt es alle paar Minuten zu einem unvorhergesehenen Notfall: einbrechendes Eis, Meteoritenschauer, etc. Stets aus dem Nichts, damit halt irgendwas Überraschendes passiert, Spannung will sich angesichts dessen aber nicht entwickeln. Auch erfolgt der Wechsel zwischen Artkis- und All-Sequenzen viel zu träge: Es dauert gern mal 20 Minuten, bis der Schauplatz respektive Erzählstrang gewechselt wird, sodass die einschläfernde Handlung keinerlei Dynamik entwickeln will.

Stattdessen darf man dabei zusehen, wie Clooneys Figur das Ende der Welt, zuvorderst aber sich selbst betrauert, wie der Regisseur am Ende einen völlig vorhersehbaren Twist inszeniert – und sich zwei Stunden lang in nichtssagender Langeweile ergeht. The Midnight Sky sieht gut aus und mag auch interessante inhaltliche Ansätze haben, in denen etwa die winzige menschliche Existenz in Kontrast zur räumlichen wie zeitlichen Unendlichkeit des Universums gesetzt wird, um herauszuarbeiten, welche Sinn erstere hat beziehungsweise wie ihr überhaupt Sinn verliehen werden kann. Die Conclusio jedoch ist so generisch wie dröge: Es ist mal wieder die Familie. Waaahnsinn.

imdb / Trailer

Bild: © Netflix

5 Kommentare zu „The Midnight Sky (2020) Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ja… die Auflösung hat man im Buch schon nach 10 Seiten 😅 im Film kaschieren sie das etwas besser. Aber mehr auch nicht. Der Film hat Vorteile, die das Buch nicht hat und umgekehrt. Den Film selbst fand ich aber auch eher so lala…

    Gefällt 1 Person

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