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Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021)

Destin Daniel Cretton, USA 2021 – Liegt es nur an meiner beschränkten Wahrnehmung oder ist die PR-Kampagne zu Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings, immerhin der 25. Eintrag im Marvel Cinematic Universe, tatsächlich selbst eine knappe Woche vor Kinostart quasi non-existent? Einen Trailer habe ich jedenfalls bis heute nicht auf der großen Leinwand gesehen – vielleicht eine Nachwehe des Disney-Plus-Ärgers um Mulan und Black Widow.

Dabei traut man sich hier durchaus etwas – wenn auch immer noch viel zu wenig. Shang-Chi ist zwar nämlich im Kern ein Martial-Arts-Wuxia-Film, allerdings durch den typischen Marvel-Fleischwolf gedreht. Titelheld Shang-Chi (Simu Liu) wird hier nach zehn Jahren von seiner Familie und einem Lotterleben in San Francisco wieder mit seinem Vater (Tony Chiu-Wai Leung) und seiner Schwester Li (Fala Chen) vereint, wenn auch unfreiwillig. Denn der Papa will an die zwei Amulette, die seine Kinder um den Hals tragen, um das Portal in eine geheime, mystische Welt zu öffnen.

Zugleich ist Papa Träger eines mächtigen Artefakts, der zehn Ringe, die ihm ein tausendjähriges Leben, eine Geheimorganisation mit etlichen Söldnern, einen Haufen Kohle und viele Feinde beschert haben. Die Exposition dieser Geschichte fällt im MCU-Vergleich eher komplex aus, findet aber bald ihn sehr lineare und klar voraussehbare Bahnen zurück: Shang-Chi und seine Schwester – beide versiert im Faust- und Fußkampf – verbünden sich schließlich, um den Plänen ihres Vaters zuvorzukommen und die Welt zu retten. Denn in der mystischen Welt, die er sucht, lauert eine dunkle Gefahr.

Erstaunlich packend, physisch und gut choreografiert sticht dabei vor allem die Action positiv hervor, auch wenn die gegen Ende zunehmen in das erwartbare CGI-Effektgewitter ausartet. Als größter Pluspunkt auf der Figurenseite stellt sich derweil der von Awkwafina (The Farewell) verkörperte Sidekick des Protagonisten heraus, gleichwohl sie in der Rolle des „Normalos“, die von diesem ganzen Superheldenquatsch überrascht wird, Marvel pur ist. Ebenso wie die Erzählstruktur mit einer Handvoll Schauplätzen, in denen sich Handlungsfortschritt und Action abwechseln. Dass das allerdings nicht die sonst gute Marvel-Dynamik entfalten kann, liegt an einem einfachen Grund: Shang-Chi streut immer wieder vergleichsweise lange Rückblenden ein, was viel Schwung aus der Erzählung nimmt.

Immerhin hält man sich mit Referenzen auf andere MCU-Filme angenehm zurück, Shang-Chi ist deshalb als Film durchaus eigenständiger als etwa Black Widow und funktioniert auch ohne Vorkenntnisse. Ebenfalls lobenswert ist, dass der Cast tatsächlich zu fast 100 Prozent aus asiatisch-stämmigen Schauspieler*innen besteht – gleichwohl dabei natürlich der Eindruck mitschwingt, dass hiermit vor allem der chinesische Markt erreicht werden soll. Vielleicht auch ein Grund, warum die PR-Kampagne im Westen eher auf Sparflamme läuft.

Bild: (c) Disney/Marvel

2 Kommentare zu „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021) Hinterlasse einen Kommentar

  1. Die PR ist nicht nur kaum präsent, Marvel hat dem Film mit dem neuen Spiderman-Trailer auch noch zusätzlich ins Bein geschossen. Statt über Shang-Chi redet alle Welt nur über Peter Parker, Green Goblin und so was.

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    • Meine Vermutung ist ja wie gesagt, dass das eine Nachwirkung besonders von Mulan ist, wo die Kinos ja ewig Trailer gezeigt haben und das Ding dann auf D+ gelandet ist. Da gab es ja einigen Ärger

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