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Hyperland (2021)

Mario Sixtus, DEU 2021 – Premiere auf diesem Blog: eine Besprechung zu einem Fernsehfilm. Hyperland entstand im Rahmen des Kleinen Fernsehspiels des ZDF und ist das Regiedebüt des Profi-Twitterers und Internet-Auskenners Mario Sixtus. Dementsprechend ist auch der thematische Rahmen gestrickt: Hyperland spielt im Deutschland der nahen Zukunft, in dem alle Menschen Implantate tragen, die sie an ein digitales soziales Netzwerk anschließen. Dort können andere ihr Verhalten positiv oder negativ bewerten, dieser „Karma Count“ kann dann als Währung verwendet werden, für den Zutritt zu manchen Institutionen muss man gar einen bestimmten Mindestwert aufweisen.

Unsere Protagonistin wird in dieser Geschichte Opfer einer versuchten Vergewaltigung – und als sie versucht, diese öffentlich zu machen, zum Ziel eines Shitstorms von Medien und Trollen, der darin mündet, dass ihr Score auf null fällt. In stetem Wechsel schildert der Film die Ereignisse, die zu diesem Punkt geführt haben, sowie das, was danach passiert.

Ein vielversprechendes Thema, das Hyperland da aufgreift, zumal es mit China ja auch ein reales Vorbild dafür gibt. Fragen wie „Nach welchen sozialen Mechanismen funktioniert ein solches System?“, „Wo liegen seine Ungerechtigkeiten?“ oder „Wie kann es manipuliert und ausgenutzt werden?“ begleiten diese Geschichte und werden auf interessante Weise ausgearbeitet – zugleich aber durch einen unnötigen und dürftigen Familienplot aufgeweicht.

Das große Problem von Hyperland ist jedoch seine Struktur. Ein solches Setting verlangt zu Beginn ein gewisses Maß an Worldbuildung, das mir seine Regeln erklärt. Das findet in Hyperland aber nur Tröpfchenweise statt und wird durch den permanenten Wechsel der Zeitebenen, der lange Zeit als solcher gar nicht ersichtlich ist, weil etwa eine visuelle Distinktion fehlt, zusätzlich erschwert. Damit sorgt der Film in der ersten Hälfte vor allem für eines: Verwirrung. Und nicht die von der guten Sorte. Einer prinzipiell interessanten Geschichte steht hier also eine suboptimale Umsetzung gegenüber – schade!

Bild: (c) ZDF

3 Kommentare zu „Hyperland (2021) Hinterlasse einen Kommentar

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