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Spider-Man: No Way Home (2021)

Jon Watts, USA 2021 – Während die Spidey-Fan-Bubble gerade völlig ausrastet und der dritte MCU-Film über die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft auf Letterboxd mit einer Durchschnittswertung von 4,3 (!) in völlig fernen Sphären schwebt, hat mich No Way Home … nun, sagen wir mal: ernüchtert zurückgelassen. Was auch am quasselfreudigen Publikum im Kinosaal gelegen haben mag, aber eben auch daran, dass dieser Film – wie schon der in meinen Augen reichlich generische Ghostbusters: Legacy – sich im Wesentlichen auf eine Sache verlässt: Nostalgie. Was bei mir, der in Spider-Man nur einen von vielen und dabei nicht mal besonders interessanten Superhelden sieht, kaum bis nicht funktioniert hat.

No Way Home setzt direkt am Finale von Spider-Man: Far From Home an. Wir erinnern uns: Nach seinem Tod hatte Schurke und Obertäuscher Mysterio (Jake Gyllenhaal) Peter Parkers (Tom Holland) Identität offengelegt und ihn des kaltblütigen Mordes beschuldigt. Und weil die Menschen da draußen allesamt hirnlose Schafe sind, glauben Sie ihm das auch. Peter wird von den Medien verfolgt und – wie auch seine Freundin MJ (Zendaya) und sein Kumpel Ned (Jacob Batalon) – aufgrund der Kontroverse nicht an der Uni aufgenommen. Ein Zauber von Dr. Strange (Benedict Cumberbatch) soll nun bewirken, dass alle da draußen vergessen, dass Peter Spider-Man ist, doch weil dabei etwas gehörig schiefgeht, landen stattdessen diverse Schurken aus anderen Dimensionen a.k.a. den vorherigen Spider-Man-Filmen in Peters Welt.

Dieses Wiedersehen respektive die Tatsache, dass die originalen Schauspieler nochmals rekrutiert werden konnten (u.a. Alfred Molina und Willem Dafoe), ist durchaus cool, noch besser gefällt aber die Idee, dass Spider-Man sie – zumindest anfänglich – nicht bekämpfen, sondern sie von ihrer Bosheit „heilen“ und anschließend zurückschicken will. Was natürlich fehlschlägt, woraufhin es zum unvermeidlichen Krachbumm-Finale kommt.

Die Action ist dabei reichlich vergessenswert, der Humor (wie schon in Homecoming und Far From Home) angesichts des Schul-/Pre-College-Settings zwar passender als in anderen Marvel-Filmen, aber auch nun wahrlich kein Gag-Feuerwerk. Was No Way Home stattdessen primär versucht, ist die Figur des Spider-Man zu formen und nach vorne zu tragen, ihm eine Entwicklung zu geben, die ihn vom unbedarften Jungspund zum verantwortungsvollen Helden machen soll, die ihn mit den Folgen seiner leichtsinnigen Taten konfrontiert. Große Macht, große Verantwortung – ihr wisst schon.

Und auch große Gefühle sollen in No Way Home eine Rolle spielen. Was allerdings nur in der Hälfte der Fälle funktioniert und in der anderen Hälfte erneut ganz stark auf den Faktor Nostalgie setzt. Je mehr Letzteres überhand nimmt, desto schwächer, (selbst-)referenzieller, formelhafter, berechenbarer und Fanservice-esker wird der Film – sodass einer tollen ersten Hälfte eine umso schwächere zweite gegenübersteht.

Nun ist Fanservice im MCU beileibe nichts Neues, und auch ich kann damit unter Umständen durchaus Vergnügen haben. No Way Home jedoch baut sein gesamtes narratives Gerüst darauf auf. Und so cool der Ansatz mit den anderen Dimensionen auf dem Papier auch klingt, so berechenbar ist die Umsetzung. Der K.O.-Schlag ist letztlich aber eine ganz andere, simple Tatsache: dass es schon einen Film mit der grundlegend gleichen Idee gibt, der um ein Vielfaches besser ist. Und der heißt Spider-Man: A New Universe.

Bild & Trailer: (c) Disney

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