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Moonfall (2022)

Roland Emmerich, USA 2022 – Nach Independence Day, The Day after Tomorrow und 2012 macht „unser Mann in Hollywood“ mal wieder die Erde kaputt – und das Unterhaltungskino gleich mit. Okay, das ist übertrieben, in Moonfall geht die Erde nämlich gar nicht kaputt, sondern wird nur ein bisschen beschädigt, wenn sich der Trabant ihrer Oberfläche nähert.

Was hingegen nicht übertrieben ist: dass dieser Film ganz großer Schund ist. Nun war Emmerich ja noch ein großer Kinokünstler, und wer ein substanzielles Werk von ihm erwartet, hat irgendwas falsch gemacht. Was er aber durchaus mal konnte: visuell beeindruckende, spektakuläre und durchaus packende Blockbuster zu schaffen. Moonfall ist davon aber noch weiter entfernt als der Mond von der Erde und noch öder als dessen Oberfläche.

Das zweitgrößte Versäumnis sind dabei die „Figuren“, die nicht mehr als leere, stereotype Hüllen und nur mit dem nötigsten ausgestattet sind: einem schwierigen familiären Hintergrund, um ihnen irgendeine Art von empathischer Grundierung zu geben – und das war’s auch schon. Einprägsam? Charismatisch? Wenigstens ein paar coole Sprüche? Fehlanzeige. Dagegen wirkt Will Smiths Rolle in Independence Day geradezu, als sei er von Tarantino geschrieben.

Das größte Versäumnis aber: dass sich Emmerich das visuelle Spektakel für die letzten zehn Minuten aufspart. Dann gibt es durchaus was zu sehen, es ist aber viel zu spät, um die unnötig aufgeblähte Exposition, die ellenlangen Pseudo-Erklärungen („Der Mond ist eine Mega-Struktur – das gelten eure Naturgesetze nicht“ – doch, tun sie, du Vollhonk!!) oder die Tatsache vergessen zu machen, dass sich Emmerich lieber auf die Erlebnisse einer kleinen Gruppe als auf die tatsächlichen globalen Folgen der Mondannäherung konzentriert, die er nur in Nachrichtenschnipseln behauptet. Der Mann konnte ja mal durchaus showen, hier ist er viel zu lange am tellen.

Kurzum: Moonfall ist ein katastrophaler Katastrophenfilm, der erwartbar keinen Anspruch, aber unerwarteterweise auch keinen Unterhaltungswert besitzt. 130 Minuten Zeitverschwendung, von denen 120 schlicht beschissen langweilig sind. Ein Film für die Tonne.

Bild & Trailer: (c) Leonine

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