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Filme gesehen #186

Diese Woche mit 1922 und Baywatch.

1922 (Zak Hilditch, USA 2017)
Stephen Kings Œuvre bietet einen reichhaltigen Vorrat verfilmbarer Geschichten. Im vergangenen Jahr hat sich Netflix unter anderem an 1922 gewagt – und damit einen ziemlich guten Psychothriller hervorgebracht. Der Film spielt im titelgebenden Jahr und schildert die Leidensgeschichte eines Farmers, der nach dem Mord an seiner Frau allmählich Haus, Hof und Verstand verliert. Das ist ziemlich langsam bis behäbig erzählt, was dem schleichenden Verfall des Hauptcharakters aber bestens wiederspiegelt. Davon abgesehen gibt es wenig, das man wirklich kritisieren kann: die Schauspieler agieren allesamt solide bis gut, die Bilder schaffen eine einnehmende Stimmung, die Kulisse ist authentisch, Spannung, Überraschung und Gore-Faktor sind hoch, ohne überzogen zu wirken. So wird dieser 100-Minüter zu einer einnehmenden Geschichte über die seelenzerfressende Macht eines schlechten Gewissens, das einen trotz aller Mühen irgendwann einholt und zerstört. Kein Hit, aber mehr als nur solide.
imdb / Trailer

Baywatch (Seth Gordon, USA 2017)
Da ja gerade (bzw. noch immer) die große 80er-Revival-Welle läuft, musste auch irgendwann die trashige Serie Baywatch dran glauben. Das Resultat ist ein Film, dessen Männer- und vor allem Frauenbild derart fragwürdig ist, dass man sich eigentlich vor Scham im Boden vergraben müsste, wenn man ihn ansieht. Der Fokus liegt hier nämlich nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich viel zu oft auf den Brüsten der freizügigen weiblichen Darsteller. Noch freizügiger sind da nur die Hauptakteure Dwayne Johnson und Zac Efron, die ihre geballte, vor Testosteron platzende Muskelmasse präsentieren. Baywatch funktioniert primär über nackte Haut und kein bisschen über seinen dahingerotzten Plot, der einzig dazu dient, die „Figuren“ an unterschiedliche Schauplätze zu schicken. Und dann ist da noch dieser Humor. Ein Humor, der dermaßen vulgär und primitiv ist, dass man währenddessen seinen IQ förmlich schmelzen fühlt. Da der Film aber ganz offen mit dieser Primitivität hausieren geht, hat das durchaus einen gewissen Unterhaltungswert. Baywatch scheißt ganz offensiv auf Anstand und Stil und zieht das alles so knallhart durch, dass man am Ende dann doch ein wenig amüsiert abschaltet. Trotzdem fühlt man sich im Anschluss schmutzig. Und ein ganzes Stück dümmer.
imdb / Trailer

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Allgemein, Filme

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7 Kommentare zu „Filme gesehen #186 Hinterlasse einen Kommentar

  1. „Baywatch funktioniert primär über nackte Haut und kein bisschen über seinen dahingerotzten Plot, der einzig dazu dient, die „Figuren“ an unterschiedliche Schauplätze zu schicken. Und dann ist da noch dieser Humor.“

    Daraus lese ich, dass der Film den Geist der Serie perfekt einfängt… 😉

    Wobei die Serie ja immer in einem komischen Spagat gefangen war. Produzent Hasselhoff wollte eine kinderfreundliche Familienserie, der Sender Zeitlupen-Brüsteguck-Spektakel. Der Sender hat sich meist durchgesetzt. Klingt so als würde der Hasselhoffsche Einfluss hier gänzlich fehlen. Ein Kumpel hat mir von einer Szene im Leichenschauhaus erzählt… und jede Neugier meinerseits erfolgreich eliminiert.

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    • Ich muss zugeben, ich habe die Serie nie gesehen. Habe die immer mit leicht dümmlicher, sehr seichter TV-Unterhaltung assoziiert. Ich bezweifle aber, die Serie auch nur ansatzweise so plump-pubertär wie dieser Film war ^^

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      • 1. Du hast nix verpasst.
        2. Deine Einschätzung stimmt
        3. schon in den 90ern haben auch pubertierende Jungs die Szenen zwischen den Zeitlupen nur ironisch geschaut…

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      • Aber kamen da solche „Gags“ wie „Schaust du auf meine Titten? Du schaust auf meine Titten!“ – „Schaust du auf auf meinen Schwanz?“ vor oder war das nicht eher doch zu hart fürs TV? ^^

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  2. Ufff… ja, „Baywatch“ war wirklich nur halbnackte Haut, ein bisschen The Rock und mehr nicht. Das war schon nur schwer zu ertragen.

    1922 habe ich noch nicht geguckt, weil ich schon die Netflix-Verfilmung von „Das Spiel“ nicht sooo berauschend fand. Aber vielleicht schaue ich mir den ja doch noch mal an.

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