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Mid90s

Jonah Hill, USA 2018 – Skateboard-Kultur, Punk-Musik, erste Erfahrungen mit leichten Drogen und Mädchen – das, was der 13 Jahre alte Stevie (Sunny Suljic) in Mid90s erlebt, dürften viele Kids (zumindest in den USA) vor 25 Jahren so oder so ähnlich auch erlebt haben. Innovativ ist an Jonah Hills erster Regie-Arbeit im Grunde genommen nichts: Nahezu jede Coming-of-Age-Erzählung schildert die ähnlichen Probleme mit den Eltern (übermäßige Sorge), den Geschwistern (Streitigkeiten) und den Freunden (schlechter Umgang), die auch der Protagonist von Mid90s erlebt. Die Umsetzung jedoch hebt sich spürbar von der Masse ab: Die Figurenzeichnung, die Dialoge, die Inszenierung im VHS-4:3-Format wirken derart authentisch und natürlich, dass es eine wahre Freude ist, der Jugendclique, der sich Stevie anschließt, bei ihrem Unsinn zuzuschauen.

Der Film ist eine Ode an den freien Geist, das scheinbar sinnlose (gerade aber deshalb sinnvolle) Herumlungern auf der Straße und in Skateparks, den persönlichen Reifeprozess anhand guter und schlechter, vor allem aber: eigener Erfahrungen. Missgunst und Neid bestimmen diese sozialen Gruppen ebenso wie Zusammenhalt und Anerkennung. Drama und Leichtigkeit halten sich hier die Waage, die gerade einmal 85 Minuten Laufzeit vergehen wie im Flug. Mid90s ist vielleicht nur ein filmischer Snack – aber ein äußerst gehaltvoller.

imdb / Trailer

Bild: © MFA+

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