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Meine Nachbarn die Yamadas (1999)

Hōhokekyo Tonari no Yamada-kun, Isao Takahata, JPN 1999 – Mit Meine Nachbarn die Yamadas habe ich eine der letzten Lücken meiner Ghibli-Watchlist geschlossen. Ein Unterfangen, das sich durchaus gelohnt hat – obwohl die Yamadas in doppelter Hinsicht ungewöhnliche Ghibli-Kost ist. Zum einen ist da der reduzierte Zeichenstil, bei dem auf Hintergründe und Kulissendetails größtenteils verzichtet wird, der stattdessen mit abstrahierten Formen, knalligen Pastellfarben und unvollständiger, unsauberer Linienführung operiert. Zum anderen ist da die Erzählstruktur, die keine kohärente Geschichte aufbaut, sondern fragmentarisch arbeitet und Einzelepisoden aus dem (Zusammen-)Leben der fünfköpfigen Familie Yamada inmitten Tokios zeigt.

Das ist gewöhnungsbedürftig – birgt aber auch eine Menge Potential für Sketch-ähnlichen Humor, das dieser Film fast immer auszuspielen weiß. Ob es nun darum geht, dass die kleine Nonoko beim Einkaufen in der Mall vergessen wurde; der adoleszente Sohn Noboru seine erste Freundin kennenlernt; Vater Takashi den Antritt seiner Dienstreise verpennt; Mutter Matsuko zu viel Ingwer ins Essen kippt, sodass die gesamte Familie kurzzeitig an Vergesslichkeit leidet; oder Oma Shige ein paar Motorrad-Rüpel zurechtweisen will: All diese Episoden zeigen die ganz natürlichen Missverständnisse und Konflikte innerhalb einer durchschnittlichen Familie auf – und münden stets in eine herzerwärmende und zwerchfellstimulierende Pointe. Dennoch: Das Fehlen einer durchgängigen Narrative lässt die immersive Wirkung vermissen, die Ghiblis Filme üblicherweise auszeichnet.

imdb / Trailer

 

Bild: © Universum Film

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