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Ruben Brandt, Collector (2018)

Ruben Brandt, a gyűjtő, Milorad Krstic, HUN – Ruben Brandt, Collector ist ein außergewöhnlicher Film. Das wird schon beim ersten Blick auf den visuellen Stil deutlich, der sich mit großer Freude dem Surrealismus hingibt, weshalb die Menschen hier unnatürliche Proportionen, zwei Nasen und drei Augen aufweisen. Traumartige, stark verfremdete und überzeichnete Figuren und Kulissen bestimmen deshalb das optische Gesamtbild, dem der Film aber eine im Kern recht klassische Handlung zugrunde legt: Im Zentrum steht der Psychologe Ruben Brandt, der keinen ruhigen Schlaf mehr findet, weil er seit dem Tod seines Vaters in seinen Träumen von Figuren berühmter Gemälde heimgesucht und angegriffen wird. Um dieser Störung, diesen Albträumen auf den Grund zu gehen und sie zu überwinden, macht er sich mit vier seiner Klienten – allesamt geschulte Diebe – auf, um die betreffenden Bilder aus den Galerien dieser Welt zu stehlen.

Ein typische Heist-Story also, die einerseits durch tiefenpsychologische Traumsequenzen erweitert wird und andererseits dadurch besticht, dass sie sich mit viel Freude und Ehrerbietung in Zitaten ergeht. Nicht nur an berühmte Gemälde, die regelmäßig visuell zitiert werden, sondern auch an Filme, allem voran die von Alfred Hitchcock. Ruben Brandt, Collector ist jedoch keine pure Referenz-Schleuder, er generiert aus all diesem Elementen einen gleichsam dynamischen wie spannenden Plot, in dessen eineinhalb Stunden es zu Attacken durch Mafiosi, Verschwörungen von Geheimagenten, Actioneinlagen und ein paar cleveren Twists kommt, von denen lediglich der finale reichlich ernüchternd geraten ist.

Diese kuriose Mischung aus Animations- und Experimentalfilm, Psycho- und Agententhriller, Heist- und Actionmovie fällt überraschend organisch aus, funktioniert sowohl für Kunstkenner als auch Filmfans. Lediglich der Stil mag Geschmackssache sein. Doch da ich persönlich solche visuellen Experimente, die über das Gewohnte hinausgehen, Grenzen überwinden und neue Einflüsse zulassen, überaus mag, war das genau mein Fall. Ruben Brandt gelingt der Spagat zwischen Unterhaltung und Anspruch geradezu meisterlich – große Empfehlung.

imdb / Trailer

 

Bild: © Drop-Out Cinema

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