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21 Bridges

Brian Kirk, USA 2019 – 21 Bridges ist ein Film, bei dem es in erster Linie auf den persönlichen Geschmack ankommt: Wem harte und geradlinig erzählte Kriminalthriller zusagen, dürfte mit diesem Werk seine helle Freude haben. Glücklicherweise gehöre ich (wie ich schon vor einiger Zeit bei Criminal Squad feststellen konnte) in genau diese Geschmackskategorie. Und so kann ich zum neuen Werk der Russo-Brüder (Avengers: Infinity War und Endgame), die hier als Produzenten tätig waren, ein sehr positives Fazit ziehen.

Im Zentrum der Geschichte steht Detective Andre Davis (Chadwick Boseman), dessen Vater – ebenfalls Polizist – während Andres Jugend im Dienst getötet wurde. Der Sohnemann stieg in daraufhin in seine Fußstapfen und machte fortan als Mann von sich Reden, der in Gefahrensituationen einen lockeren Finger am Abzug hat: Neun Tötungen in acht Jahren, lautet die Bilanz. Da erscheint es nur folgerichtig, dass Davis als leitender Ermittler eingesetzt wird, als zwei Männer (Taylor Kitsch und Stephan James) eine Bar in Brooklyn überfallen, mehrere Kilo Kokain stehlen und bei ihrer Flucht nach Manhattan acht Polizisten erschießen.

Die Fahndung nach den Tätern, deren Perspektive rund ein Drittel der Spielzeit von 21 Bridges einnimmt und ihn damit zu einem vergleichsweise ambivalenten Werk macht, nimmt beinahe die Ausmaße eines nationalen Notstands an. Manhattan und die titelgebenden 21 Brücken werden für mehrere Stunden dicht gemacht. Doch – und das ist das größte Versäumnis des Films – die Auswirkungen dessen werden zu keinem Zeitpunkt deutlich. Was im Trailer als inhaltliche Essenz dieses Werke verkauft wird, entpuppt sich als nebensächliches Gimmick.

Das soll den übrigen Qualitäten des Films aber keinen Abbruch tun. Die Story-Dynamik, die Schauplatzwechsel, die Greifbarkeit der Figuren, die Intensität der Action und Verfolgungsjagden sowie mehrere überraschende Plottwist (die dem Film im letzten Viertel eine zunächst unerwartete, weitere Ebene beifügen) – all das ist mindestens gut, bisweilen gar sehr gut geraten und sorgt für knapp zwei Stunden packender, knallharter Genre-Unterhaltung. Dass die auch noch angenehm Klischee-arm geraten ist und sich um moralische Grautöne bemüht, ist ein netter Bonus.

21 Bridges läuft ab dem 6. Februar in den deutschen Kinos.

 

Bild & Trailer: © Concorde Filmverleih

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