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Mile 22 (2018)

Peter Berg, USA 2018 – Eigentlich hatte ich ja inzwischen wirklich Gefallen an den Filmen von Peter Berg gefunden. Zwar hatte der Regisseur in seinen früheren Karrierejahren auch Rohrkrepierer wie Hancock oder Battleship zu verantworten gehabt. Dann aber folgten die sehr guten, spannenden und vergleichsweise bodenständigen Filme Deepwater Horizon und Boston mit Mark Wahlberg. Und 2018 dann: Mile 22. Womit wir wieder beim „eigentlich“ angelangt sind.

Denn dieser Film markiert eine Abkehr von all dem, was die vorherigen zwei Werke dieses Duos so sehenswert gemacht habt. Etwa, das Wahlberg einfache Typen aus der Arbeiterklasse verkörperte, die in Ereignisse hineingezogen werden, die sie völlig überfordern. In Mile 22 hingegen spielt Marky Mark einen hochbegabten und -intelligenten, bipolaren Elite-Soldaten – so zumindest will es uns das Drehbuch verkaufen. Was wir zu sehen bekommen, ist ein von Beginn an völlig unsympathisches, oberflächliches, empathieloses Arschloch, das jeden im Umkreis von drei Metern anschreit und uns währenddessen mit pseudo-klugen Monologen vollschwallt. „Was ist ein Schlachtfeld? Auch ein Raum kann ein Schlachtfeld sein.“ Wow, Nietzsche wäre stolz.

Die notdürftige, aber trotzdem halbwegs solide Story über eine Operation, bei der ein Informant (Iko Uwais) zu einem Flugplatz in 22 Meilen Entfernung exfiltriert werden muss, weil er erst dann wichtige Informationen über den Aufenthaltsort von radioaktivem Material preisgibt, wird nicht nur von der fürchterlichen Charakterzeichnung in den Staub getreten. Selbst die Action taugt nicht einmal ansatzweise etwas. Die Schießereien und Schlägereien sind ein Schnittgewitter sondergleichen und können in dieser Hinsicht sogar 6 Underground das Wasser reichen. Keine Orientierung, keine Wucht, kein Übersicht. Dieser Film fühlt sich trotz einer Laufzeit von 95 Minuten mindestens 90 Minuten zu lang an. Eine Nullnummer, die mir jegliche Vorfreude auf Spenser Confidential verhagelt hat.

imdb / Trailer

Bild: © Universum Film

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