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Birds of Prey (2020)

Birds of Prey (and the Fantabulous Emancipation of One Harley Quinn), Cathy Yan, USA 2020 – Es ist schon ein kleines Wunder: Ausgerechnet die quasi inoffizielle Fortsetzung der filmischen Bruchlandung Suicide Squad ist einer der besten jüngeren Filme aus dem DC-Kosmos (Joker ausgenommen) geworden. Natürlich ist Birds of Prey weit davon entfernt, eine neue Messlatte im Superhelden– respektive Superschurken-Genre zu setzen. Doch die „Emancipation of One Harley Quinn“ hat als kunterbunte Achterbahnfahrt mit Fokus auf seine weiblichen Anti-Heldinnen bei mir für sehr viel Vergnügen gesorgt. Dabei sind die Mittel, die hierbei zum Einsatz kommen, alles andere als innovativ oder herausragend: Harley Quinn (Margot Robbie) erzählt ihre eigene Geschichte als dezent unzuverlässige Erzählerin mit zahlreichen Zeitsprüngen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die Actionszenen sind mit aktuellen Pop-Songs unterlegt und am Ende laufen alle narrativen Fäden in einem wilden Finale zusammen, in dem es die fünf Hauptfiguren mit dem Schurken Black Mask (Ewan McGregor) aufnehmen. So weit, so gewöhnlich.

Dennoch merkt man Birds of Prey (ganz im Gegensatz zu Suicide Squad oder Justice League) an, dass es hier eine kohärente künstlerische Vision bei der Drehbuchautorin Christina Hodson und der Regisseurin Cathy Yan gab. Die Inszenierung kann mit vergleichsweise langen, CGI-armen Einstellungen und erstaunlicher expliziter Action punkten. Den Damen (allem voran natürlich Margot Robbie, aber auch Jurnee Smollett und Mary Elizabeth Winstead) sowie dem Schurken habe ich bei ihrem extrovertierten Schauspiel sehr gern zugesehen. Und die omnipräsente Female-Empowerment-Message mag zuweilen recht simpel daherkommen, wirkt zugleich aber auch sehr erfrischend und nicht ansatzweise so platt wie etwa in Captain Marvel. Wenn die Protagonistin zur schweren Erkenntnis kommt, dass es die Lebensgrundlage eines Harlekins sei, einem Meister (also dem Mann) oder dem Publikum (also der voyeuristischen Blicken der Zuschauerschaft, wie noch in Suicide Squad) zu dienen, dann ist das zwar alles andere als eine subtile Grundlage, um diese Machtstrukturen schließlich mit dem Baseballschläger zu zerschmettern. Doch seien wir ehrlich: Subtilität war noch nie eine Stärke dieses Genres. Zumal – und auch das ist eine Stärke von Birds of Prey – jeglicher Pathos von Beginn an beiseite gewischt wird. Jap, dieser Film hat mich auf positive Weise überrascht und sehr gut unterhalten.

imdb / Trailer

Bild: © Warner Bros.

7 Kommentare zu „Birds of Prey (2020) Hinterlasse einen Kommentar

  1. Du hast da ein paar Fehler reingehauen, habe das für dich angepasst:

    Es ist kein Wunder: die quasi inoffizielle Fortsetzung der filmischen Bruchlandung Suicide Squad ist auch keiner der besseren Filme aus dem DC-Kosmos geworden. Nicht nur ist Birds of Prey weit davon entfernt, eine neue Messlatte im Superhelden– respektive Superschurken-Genre zu setzen. Die „Emancipation of One Harley Quinn“ hat als kunterbunte Achterbahnfahrt mit Fokus auf seine weiblichen Anti-Heldinnen bei mir nur in der Baseballschläger-Szene für Vergnügen gesorgt. Die Mittel, die im Film zum Einsatz kommen, sind alles andere als innovativ oder herausragend: Harley Quinn (Margot Robbie) erzählt ihre eigene Geschichte als dezent unzuverlässige Erzählerin mit zahlreichen Zeitsprüngen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die Actionszenen sind mit aktuellen Pop-Songs unterlegt und am Ende laufen alle narrativen Fäden in einem wilden Finale zusammen, in dem es die fünf Hauptfiguren mit dem Schurken Black Mask (Ewan McGregor) aufnehmen – bzw. mit dessen Handlangern rumtänzeln, denn richtig kämpfen können Frauen wohl nicht. So weit, so gewöhnlich.

    Man merkt Birds of Prey genau wie Suicide Squad und Justice League an, dass es hier keine kohärente künstlerische Vision bei der Drehbuchautorin Christina Hodson und der Regisseurin Cathy Yan gab. Die Inszenierung kann bis auf eine Ausnahme auch nicht mit den vergleichsweise langen, CGI-armen Einstellungen und unüberraschend unexpliziter Action punkten – besonders den zu schnellen Schnitten sei Dank. Den Damen (allem voran natürlich Margot Robbie, aber auch Jurnee Smollett) sowie dem Schurken habe ich bei ihrem zu extrovertierten Schauspiel nicht gern zugesehen. Die omnipräsente Female-Empowerment-Message mag zuweilen recht simpel daherkommen, wirkt deswegen auch nicht sehr erfrischend und beachtet man, dass die stimmigste Aussage des Filmes der Gesangesvortrag eines bereits existierenden Liedes ist, ist er am Ende genauso platt wie etwa Captain Marvel. Wenn die Protagonistin zur schweren Erkenntnis kommt, dass es die Lebensgrundlage eines Harlekins sei, einem Meister (also dem Mann) oder dem Publikum (also der voyeuristischen Blicken der Zuschauerschaft, wie noch in Suicide Squad) zu dienen, dann ist das alles andere als eine subtile Grundlage, um diese Machtstrukturen schließlich mit einer Handgranate zum Explodieren zu bringen. Subtilität war noch nie eine Stärke dieses Genres. Einzig – aber das ist nur dann ein Pluspunkt von Birds of Prey, wenn man ihn mit den von Pathos überschütteten noch mehr Negativbeispielen von DC vergleicht – jeglicher Pathos wird von Beginn an beiseite gewischt. Jap, dieser Film hat bis auf Antje Wessels und Christian Neffe aus meinem Bekanntenkreis niemanden auf positive Weise überrascht und sehr gut unterhalten. Und bei einer der beiden Personen wundert mich das irgendwie nicht.

    Gefällt 2 Personen

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